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Celle Ortsteile Psycho-Training für Frauen-Schläger
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Psycho-Training für Frauen-Schläger
15:26 27.06.2012
Celle

CELLE. Im Verlauf eines Streits soll der Kundenberater seine Verlobte derart geohrfeigt haben, dass sie vorübergehend einen traumatischen Tommelfelldefekt erlitt. Außerdem soll er ihr angedroht haben, sie im Fall einer Trennung umzubringen. Auch soll er ihr angekündigt haben, extra zu diesem Zweck seine Mutter als „Wachposten“ vor ihrem Haus aufzustellen, um sie abzupassen. Im weiteren Verlauf der Streitigkeiten hatte der werdende Vater laut Anklage noch ein Schlüsselbund in Richtung seiner Freundin geschleudert, was der 26-Jährigen zwei blaue Flecke am Oberschenkel einbrachte.

Er habe oft Streit mit seiner Verlobten gehabt und sei von ihr hin und her kommandiert worden, schilderte der Angeklagte in seiner Anhörung. Dann sei die Sache eskaliert, und er habe, wie es hieß, „die Kontrolle verloren“. Die Hand sei ihm aber entgegen der Anklage „nur ein einziges Mal ausgerutscht“. Auch habe er die werdende Mutter nicht mit dem Tode bedroht, geschweige denn absichtlich die Schlüssel nach ihr geworfen, so der Teilgeständige. Das sei vielmehr im Eifer des Gefechts passiert und als „Zeichenhandlung in ihre Richtung“ zu verstehen gewesen, um ihr zu signalisieren: "Es reicht.“

Auch der Freundin hatte es gereicht, weshalb sie Strafanzeige stellte. Zwar war es ihren Ausführungen zufolge im Vorfeld zu wechselseitigen Schubsereien gekommen, aber Schläge gegen eine werdende Mutter gingen entschieden zu weit. „Eigentlich sind wir gar nicht verlobt“, hieß es von Seiten der Geschädigten. Sie habe aber kein Interesse an einer Strafverfolgung und wolle nicht zwangsläufig eine Bestrafung. Auch der Angeklagte zeigte sich versöhnungsbereit. Er habe zum Ausgleich bereits therapeutische Gespräche wahrgenommen.

Von Anke Prause