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Celle Ortsteile Radeln und Landschaft genießen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Radeln und Landschaft genießen
17:38 27.10.2017
Quelle: Michael Schäfer
Faßberg

Seine Begeisterung für das Radfahren gibt Malysch auch an andere weiter: Seit 2012 organisiert der gebürtige Berliner, den es vor 27 Jahren beruflich in die Lüneburger Heide verschlagen hat, ehrenamtlich die geführten Radtouren des ASV Faßberg. Und das, obwohl er selbst noch nicht einmal Mitglied im Sportverein des Heideortes ist. Er sei nämlich beim DLRG-Landesverband auch noch für die Ausbildung der Rettungsschwimmer zuständig, und daher zeitlich bereits ziemlich eingebunden, verrät der sportliche Faßberger. „Aber das Vorbereiten der Radtouren macht mir großen Spaß, deswegen habe ich auch zugesagt, als man mich darum gebeten hat.“

Als zertifizierter ADFC-Radtourenleiter weiß Malysch, worauf es ankommt: „Sicherheit ist ganz wichtig. Keiner überholt die gelbe Weste, und keiner bleibt hinter der gelben Weste zurück.“ Außerdem gehe er stets mit gutem Beispiel voran und trage beim Radfahren einen Helm, erklärt er. 40 bis 50 Kilometer lang sind die Touren, die der 59-Jährige viermal im Jahr für den ASV auf die Beine stellt. „Wir starten immer in Faßberg – aber ich gebe mir die größte Mühe, dass es dann jedes Mal eine andere Strecke ist, die wir fahren.“

Im Vorfeld jeder Tour wälzt Malysch diverse Radwanderkarten der Region, und fährt dann die Wege mit seinem Mountainbike ab. „Ich muss mich schließlich vergewissern, dass man sie gefahrlos nutzen kann“, sagt er und fügt noch hinzu, dass er damit auch gleich seiner Funktion als sogenannter „Radwegpate“ nachkomme, dessen Aufgabe es sei, regelmäßig die öffentlichen Fahrradwege in der Region auf eventuelle Mängel zu überprüfen.

Steht die Strecke fest, macht sich Malysch auf die Suche nach einem Ort für ein Kaffeepäuschen oder ein kleines Picknick. „Das gehört natürlich dazu“, meint er. „Die Touren sind ja auch nicht für Radsportler gedacht, sondern für alle, die mit dem Rad spazieren fahren und dabei die Landschaft genießen wollen.“ Hat sich der 59-Jährige am Tag der Tour dann vom ordnungsgemäßen Zustand aller Fahrräder überzeugt und Flickzeug sowie Erste-Hilfe-Päckchen in der Satteltasche verstaut, kann es losgehen. „Mit 14 bis 15 Stundenkilometern fahre ich ganz entspannt vorneweg, damit auch jeder mitkommt.“

Auf sportliche Höchstleistungen kommt es Malysch beim Fahrradfahren auch gar nicht mehr an: „Früher habe ich Triathlon gemacht, inzwischen habe ich mich auf einmal die Woche Schwimmen, Radfahren und Walken verlegt. Ich nenne das den 'Rentner-Triathlon'“, erzählt er und lacht. Ein großes Ziel hat der gebürtige Berliner dann allerdings doch noch: Einmal mit dem Fahrrad von Faßberg bis Potsdam radeln und dort seine Eltern besuchen. „Dann klingele ich an der Tür und sage 'Überraschung – ich bin ganz ohne Auto hergekommen.“

Von Christina Matthies