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Celle Ortsteile Radler, Schwimmer und Dauercamper
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Radler, Schwimmer und Dauercamper
18:16 24.07.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Gunther Meinrenken
Celle

"Wir kommen hierher, weil man hier matschen kann, in der Badeanstalt finden es die Kinder langweilig", sagt Heering mit Blick auf den Nachwuchs, der tüchtig dabei ist, am Strand mit Sandspielzeug Gräben auszuheben und mit Wasser zu füllen. Ihre Begleitung ist die Tochter ihrer Nachbarn – Susanne Wawer ist gebürtige Cellerin, wohnt jetzt in Frankfurt. Wenn sie in Celle ihre Eltern besucht, unternimmt sie gerne etwas mit Heering und deren Kindern und gestern stand der Silbersee auf dem Programm. "Als ich jung war, war ich auch schon hier, die Kinder können sich hier so schön selbst beschäftigen", findet Wawer.

An Beschäftigung mangelt es auch Peter Kock nicht. Der 70-Jährige steht auf einem kleinen Gerüst und bessert mit Spachtelmasse die Karosserie eines alten Wohnmobils aus. Den Mercedes Tabbert, Baujahr 1978, hat ihm noch zu Lebzeiten der jüngst verstorbene Pächter Karl-Werner Kesten geschenkt. Nun versucht Kock, den Oldtimer wieder auf Vordermann zu bringen. "Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich die Finger davon gelassen", sagt Kock, doch man sieht ihm an, das er das nicht richtig ernst meint. "Im Augenblick bin ich jeden Tag dabei, ich will das gute Wetter ausnutzen."

Kock gehört zu den Dauercampern am Silbersee. Seit zwölf Jahren hat er hier seinen ersten Wohnsitz, nachdem bei einem Unfall eine Schwerbehinderung zurückblieb. In seiner kleinen Wohnwagenburg hat er ein Fahrzeug zu einer Werkstatt für Modellbau umfunktioniert. Kock, der zuvor in Spanien lebte, wohnt gerne am Silbersee. "Ich habe hier alles, was ich brauche. Es ist stadtnah, ich habe eine gute medizinische Versorgung, gute Einkaufsmöglichkeiten, in Celle wird kulturell etwas geboten und der Campingplatz wird ganzjährig betrieben", beschreibt er die Vorteile.

Die liegen auch für Uwe Aufrichtig auf der Hand, allerdings in ganz anderer Hinsicht. Der 71-Jährige geht regelmäßig im Silbersee schwimmen. Von Mai bis September komme ich fast jeden Tag hierher und schwimme etwa 20 bis 25 Minuten", erzählt Aufrichtig, der Luftlinie nur etwa 300 Meter entfernt in Garßen wohnt. Zum Silbersee hat der Bildhauer eine besondere Beziehung. "Hier habe ich mit fünf Jahren Schwimmen gelernt, mit 16 Jahren war ich hier Badeaufsicht", erzählt Aufrichtig, der den Silbersee nach ein paar Visiten anderer Badeseen für sich gerade wiederentdeckt hat. "Das Wasser hier ist einfach perfekt."

Doch nicht nur Celler lieben und schätzen den Silbersee, es gibt auch reguläre Campinggäste. Jens und Birgit Voigtländer sind gerade mit ihren drei Kindern Jakob (10), Klara (8) und Ludwig (4) unterwegs von Leipzig zur Nordsee und zwar mit dem Fahrrad. Die beiden großen Kinder radeln selbst, Ludwigs Rad ist an das von Mama montiert und wird mitgezogen. Trotzdem eine beeindruckende Leistung, vor allem bei der Hitze.

"Wir machen Tagestouren von etwa 30 bis 40 Kilometern", sagt Birgit Voigtländer, während die Familie ihre Sachen packt. Den Silbersee hatten sie ausgesucht, weil sie baden gehen wollten. "Wir waren schon vor dem Frühstück im Wasser", erzählt Jens Voigtländer. Der Campingplatz sei "einfach, aber reicht vollkommen". Heute geht die Tour der Familie weiter zum Serengeti-Park in Hodenhagen.