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Celle Ortsteile Radverkehr bleibt umstritten
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Radverkehr bleibt umstritten
18:27 25.07.2017
Von Gunther Meinrenken
Während in der Hehlentorstraße die Sanierung läuft, gibt es über den gegenläufigen Radverkehr immer noch gegenteilige Ansichten. Quelle: David Borghoff
Celle

Nach den Vorstellungen der Verkehrsplaner im Neuen Rathaus soll nach Abschluss der Sanierung der Hehlentorstraße stadteinwärts ein 1,50 Meter breiter, roter Fahrstreifen für die Radfahrer markiert werden. In Richtung Neumarkt sollen die Radler sich mit den Fußgängern den Gehweg teilen. Bisher sind die Grünen die einzigen, die diese Idee, die in einem Probelauf getestet werden soll, mit Skepsis betrachten.

„Die SPD-Ratsfraktion hat sich immer für den Fahrradverkehr eingesetzt“, stellt Jürgen Rentsch, Mitglied der Ratsfraktion, fest. „Wir tun das auch weiterhin und unterstützen den Versuch, die Hehlentorstraße stadtauswärts für den Fahrradverkehr freizugeben." Bei aller Aufgeregtheit der Gegner weist Torsten Schoeps von der Wählergemeinschaft darauf hin, dass es sich erst einmal nur um einen Testlauf handele. "Wenn wir uns als fahrradfreundliche Stadt auf den Weg machen wollen, müssen wir solche Optionen ausprobieren."

Davon hält Werner Gläser, Beauftragter für Umwelt und Verkehr beim Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen, allerdings nichts. "Nach den geltenden Richtlinien kann man keinen gemeinsamen Fuß- und Radweg ausweisen. Vor allem nicht, wenn der auf dem gleichen Niveau sein soll wie die Straße. Die Sehbehinderten brauchen eine sechs Zentimeter hohe Kante zur Orientierung."

Und Zweifel meldet auch Wilhelm Eggers, Verkehrspolitischer Sprecher des Celler ADFC an. "Das ist nicht die Lösung, die wir erst vor ein paar Wochen mit der Stadt diskutiert haben", zeigt er sich von den jetzt vorgestellten Planungen überrascht. Eggers hätte gerne auch stadtauswärts einen für Radfahrer markierten Fahrstreifen. Zur Not müsse man halt den Fußgängerweg schmaler gestalten. Außerdem kritisiert er, dass die Stadt sich keine Gedanken darüber gemacht habe, wie die Radfahrer am Neumarkt geführt werden sollen.

Für das Platzproblem macht die FDP einen Vorschlag. Die Stadt solle Gespräche mit den Hauseigentümern führen, ob die Laternen nicht an den Hauswänden angebracht werden könnten. "Dies würde deutlich mehr Platz für die Verkehrsteilnehmer schaffen", erläutert FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Falkenhagen einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung.