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Celle Ortsteile Rekruten des Ausbildungsbataillons legen Diensteid in Celle ab
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Rekruten des Ausbildungsbataillons legen Diensteid in Celle ab
18:07 16.01.2014
Von Michael Ende
Die ersten Soldaten des Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillons 2 haben gestern in der Wietzenbrucher Immelmann-Kaserne ihren Diensteid abgelegt. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

"Wir sind doch nicht aus Zucker" - das dachten sich sicherlich die meisten der Soldaten der 1. Kompanie des Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillons 2, die gestern im Rahmen ihrer Vereidigung im Wietzenbrucher Fliegerhorst im Nieselregen angetreten waren. Dass längst nicht alle Nachwuchs-Soldaten so empfinden, hat sich in den vergangenen beiden Wochen gezeigt: Von den ursprünglich 235 Männern und Frauen im Alter zwischen 17 und 40 Jahren, die am 2. Januar ihren Dienst in der frisch aus der Taufe gehobenen Einheit angetreten hatten, waren gestern nur noch 221 übrig. Der Rest hatte sich bereits wieder aus der Armee verabschiedet.

Anders als früher müssen sich angehende Unteroffiziere und Feldwebel nicht erst in der Truppe "hochdienen", bevor sie Vorgesetzte werden - im Rahmen der Bundeswehr-Neustrukturierung werden sie gleich im Unteroffiziers-Dienstrang eingestellt. Doch die schicken Schulterklappen schützen die Armee-Greenhorns nicht vor bösen Überraschungen: dem Bundeswehr-Alltag. "Diejenigen, die schon wieder ausgestiegen sind - und davon wird es sicherlich noch ein paar mehr geben - hatten sich das alles anders vorgestellt", so Oberstleutnant Georg Küpper, Pressestabsoffizier im Ausbildungszentrum Munster, dem das Celler Bataillon unterstellt ist: "Manche haben zum Beispiel ein Problem damit, morgens um sechs Uhr aufzustehen. Für die ist das hier der falsche Job." Die Ausbildung in Celle sei auch als "Pilotprojekt für die gesamte Bundeswehr" zu verstehen: "Hier findet natürlich auch ein gewisser Selektionsprozess statt. Wichtig ist, dass wir am Schluss die haben, die es wollen, die es können, die Spaß an der Sache haben und die wir brauchen."

Bataillonskommandeur Oberstleutnant Jörg Hahn, verwies darauf, dass es eine "spannende Zeit sei, in der Bundeswehr zu dienen: "Wir befinden uns mitten in der größten Reform seit ihrer Aufstellung vor 60 Jahren." Er selber kenne die Bundeswehr allerdings auch gar nicht anders, so Hahn: "Seit meinem Dienstantritt vor fast 26 Jahren befindet sich die Bundeswehr und mit ihr das Heer aufgrund ständiger Änderungen der sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen in diversen Umstrukturierungen."

Hahn betonte, dass der Soldatenberuf kein Job wie jeder andere sei: "Wir bilden Sie nicht zu uniformierten Kaufleuten, Technikern, Logistikern oder Ähnlichem aus, die nebenbei auch noch eine Waffe bedienen können. Sie sind in erster Linie Soldatin oder Soldat mit einer besonderen Spezialisierung, die durchaus auch in einem zukünftigen Auslandseinsatz in eine Situation kommen können, in der Sie dann vom Handwerkszeug des Soldaten Gebrauch machen müssen."

Derzeit ist das Bataillon noch auf zwei Standorte verteilt. Im April startet ein weiterer Lehrgang bei der 2. Kompanie in Bückeburg. Das Bataillon bietet an den beiden Standorten Ausbildungsplätze für rund 500 Soldaten. Nach Vorliegen der infrastrukturellen Voraussetzungen soll der Verband 2016 in Celle zusammengeführt werden.