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Celle Ortsteile Reservisten-Empfang in Celle: "Das Wichtigste ist der Mensch"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Reservisten-Empfang in Celle: "Das Wichtigste ist der Mensch"
19:02 19.01.2014
Von Michael Ende
Oberstleutnant Heiko Tadge (rechts) und Major Christian Matiszik begrüßten beim Empfang Staatsekretär Stephan Manke. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

Dass sich die Celler Soldaten trotz aller Schwierigkeiten, die ständige Umstrukturierungen mit sich bringen, nicht unterkriegen lassen und optimistisch in die Zukunft blicken, zeigte sich am Sonnabend in der Wietzenbrucher Immelmann-Kaserne, wo Oberstleutnant Heiko Tadge, Vorsitzender der Standortkameradschaft Celle im Deutschen Bundeswehrverband, und Major Christian Matiszik, Kreisvorsitzender des Reservistenverbands, knapp 250 Gäste im Wirtschaftsgebäude des Fliegerhorsts begrüßten.

Man sei dabei, Bausteine für den Erhalt des Standorts zu sammeln und zusammenzusetzen, sagte Tadge, der an die Übung "Eisregen" erinnerte, die erst kürzlich gezeigt habe, wie gut sich Celle als Dreh- und Angelpunkt für luftgestützte Operationen eigne. Tadge appellierte an die politisch Verantwortlichen, nicht ohne Not das fleißige, unverwüstliche und bewährte Helikopter-Arbeitspferd BO-105 zum Abdecker zu schicken: Bei der jüngsten Elbe-Flut habe die BO dort Sandsäcke abgeladen, wo kein anderer Hubschrauber hingekommen sei – außerdem sei sie "konkurrenzlos günstig": "Eine Flugstunde BO-105 kostet etwa 700 bis 800 Euro – alle anderen Hubschraubermodelle sind um ein Vielfaches teurer." Deshalb solle sich die Bundeswehr nicht wie geplant Ende 2016 von der BO verabschieden.

Einen Satz, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geprägt hat, unterschrieb Tadge voll und ganz: "Das Wichtigste ist der Mensch" - nicht die Frage der Kosten. Tadge dazu: "Weiter so!"

"Wenn es die Ministerin nun mit der Sozialpolitik und mit Kindertagesstätten, wenn sie es mit Arbeitszeitkonten und mehr Rücksicht auf Lebenspartner angehen lässt, ist das lebenspraktisch und ein gutes Zeichen, dass sie sich kümmert", sagte Landrat Klaus Wiswe. Vielleicht würden ja auch bald in den Kasernen Teilzeit und Elternzeit, Lebensarbeitszeitkonten, Kinderbetreuung und Tagesmütter Einzug halten: "Das sage ich mit aller Ernsthaftigkeit. Ich weiß, wovon ich rede: All diese Dinge gehören in meinem Verantwortungsbereich mittlerweile seit vielen Jahren zu den Selbstverständlichkeiten. Es gab Zeiten, da hätte sich das niemand vorstellen können – heute ist es Realität."

Staatsekretär Stephan Manke aus dem Niedersächsischen Innenministerium sagte, dass der Standort Celle zu den Gewinnern der jüngsten Bundeswehr-Strukturreform zähle. Das Land wolle mit Kommunen, deren Armee-Standort wegbrächen oder sich wandelten, "regionale Entwicklungskonzepte" erarbeiten. Manke erwähnte, dass das sogenannte "Immelmann"-Manöver im Kunstflug-Bereich eine schnelle Umkehr der Flugrichtung bedeute. Der Politik riet Manke, derlei Kunststücke zu unterlassen: "Die Bundeswehrreform muss mit Innovationen und Kreativität umgesetzt werde – aber ohne Immelmann-Manöver." Michael Ende