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Celle Ortsteile Ringen um Erich-Kästner-Schule in Garßen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Ringen um Erich-Kästner-Schule in Garßen
17:43 12.02.2014
Von Oliver Gatz
Seit dem Schuljahr 2013/14 laufen die niedersächsischen Förderschulen Lernen im Primarbereich aus. Davon ist auch die Erich-Kästner-Schule in Garßen betroffen. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Garßen

In eine ungewisse Zukunft blicken die Lehrkräfte der Erich-Kästner-Schule in Garßen. Seit dem Schuljahr 2013/14 laufen die niedersächsischen Förderschulen Lernen im Primarbereich aus. Und im Zuge der Inklusion möchte die rot-grüne Landesregierung die gemeinsame Unterrichtung von behinderten und nichtbehinderten Schülern schnellstens auch auf den Sekundarbereich ausdehnen.

„Es wird also in absehbarer Zeit keine Förderschulen Lernen mehr geben", erläutert Garßens Ortsbürgermeister Andreas Reimchen (CDU). Der Bestand der Erich-Kästner-Schule Garßen sei extrem bedroht. In der jüngsten Ortsratssitzung berichtete Schulleiter Frank-Peter Viering über die pädagogische Arbeit der 19 Lehrkräfte. Sie betreuen derzeit 116 Schüler aus Celle, Lachendorf, Eschede, Beedenbostel, Eldingen, Ahnsbeck, Hohne und anderen Dörfern. Das Einzugsgebiet reicht bis an die Landkreisgrenze Gifhorn.

„Als Ortsbürgermeister spreche ich mich ausdrücklich für den Fortbestand der Erich-Kästner-Schule aus", betont Reimchen. Sie habe in der Vergangenheit nachweisbar eine wertvolle, erfolgreiche pädagogische Arbeit geleitet. „Sollte das – aus welchen Gründen auch immer – nicht möglich sein, macht es meines Erachtens Sinn, die Schule zumindest zu einem regionalen Förderzentrum weiterzuentwickeln." Mit einem kompetenten Pädagogenteam und einer vernetzten Schulleitung könnte die Erich-Kästner-Schule der Region wichtige Impulse für eine Umsetzung "echter Inklusion" in den allgemeinbildenden Schulen geben, meint Reimchen. Auch die Arbeit der in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Grundschule Garßen würde davon enorm profitieren.

Kritisch äußert sich Reimchen zu der bisherigen Umsetzung der Inklusion: "Die Schüler sollen quasi in die Inklusion gezwungen werden. Und das, obwohl die Rahmenbedingungen dafür weder qualitativ noch quantitativ ausreichend bestehen. Damit wird nun auch in Niedersachsen den gehandicapten Schülern die bisherige qualifizierte Rehabilitation und Förderung entzogen."

Eltern hätten keine wirkliche Wahlfreiheit mehr. Denn obwohl Inklusion sinnvoll und erstrebenswert sei, werde es auch in Zukunft Kinder geben, für deren bestmögliche Entwicklung Förderschulen Lernen das Optimum seien, so der Ortsbürgermeister. Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Schüler seien viele Wege nötig, um den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. Neben einer Beschulung in inklusiven Klassen sei das für viele Kinder eben gerade die spezialisierte Förderschule.