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Celle Ortsteile Rüffel für Range: Ausschussmitglieder weisen FDP-Ratsherrn zurecht
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Rüffel für Range: Ausschussmitglieder weisen FDP-Ratsherrn zurecht
17:50 24.08.2017
Von Gunther Meinrenken
FDP-RatsherrHarald Range. Quelle: Alex Sorokin
Celle

Die Verbesserung der Celler Bildungslandschaft an den Grundschulen hat sich die FDP auf die Fahne geschrieben. So verfolgten die Liberalen bald zwei Jahre lang die Idee, für Celle einen gemeinsamen Schuleinzugsbezirk zu bilden, um den Eltern mehr Wahlfreiheit einzuräumen und einen Wettbewerb zwischen den Grundschulen zu initiieren. Die anderen Ratsfraktionen folgten der FDP nicht und entschieden sich dafür, dass Prinzip "Kurze Wege für kurze Beine" beizubehalten. Böse Zungen behaupteten sogar, die Liberalen wollten lediglich ihre Wählerklientel bedienen, indem sie es den Eltern erleichterten, von Brennpunktschulen zu fliehen. Abgesehen davon stehen nach Auffassung der Verwaltung auch rechtliche Hindernisse dem FDP-Antrag im Weg.

Die Celler Liberalen fügten sich, hatten allerdings zusammen mit den Unabhängigen in der Zwischenzeit ein anderes Feld entdeckt: die Nutzung von Mini-Computern im Unterricht. Bei der Diskussion im Schulausschuss holte FDP-Ratsherr Harald Range zu einem kleinen Rundumschlag gegen die Celler Grundschulen aus und wurde dafür von den anderen Ausschussmitgliedern kräftig gerüffelt.

Hintergrund ist das Pilotprojekt "Mini-Computer" des Niedersächsischen Kultusministeriums. Dabei wird an Drittklässler kostenlos der "Calliope Mini" ausgegeben, um den Umgang mit Mini-Computern im Unterricht zu erproben. Das wäre doch eine prima Sache, wenn die Celler Grundschulen da mitmachen würden, befanden die Liberalen und Unabhängigen und beantragten, dass die Stadt sich mit den Grundschulen bei dem Pilotprojekt bewerben solle. Die Antwort der Verwaltung stellte Range nicht zufrieden.

"Aus Celle hat sich keine Schule beworben. Eine Berücksichtigung weiterer Schulen ist nicht möglich", erklärte die zuständige Dezernentin, Susanne McDowell, die betonte, dass die Schulen eigenverantwortlich seien und selbst über die Teilnahme an solchen Projekten entscheiden würden. Außerdem stellte sie klar, dass es sich bei dem "Calliope Mini" nicht um einen Computer handeln würde, sondern einen so genannten "Mikro-Controller", der noch an ein Endgerät wie etwa einen Laptop angeschlossen werden müsse.

Range wunderte sich: "Ich vermisse einen Innovationsschub an unseren Grundschulen. Wir müssen unsere Kinder auf die Datenwelt vorbereiten. Wenn keine Schule einen Antrag stellt, frage ich mich, was ist da los an unseren Schulen."

Mit dieser generellen Kritik stand Range allerdings allein auf weiter Flur im Schulausschuss. Die anderen Ausschussmitglieder erteilten dem Ratsherrn eine kleine Nachhilfestunde über den Umgang mit neuen Medien an den Grundschulen. "Haben Sie sich die digitale Ausstattung der Schulen angeschaut?", fragte Lehrervertreterin Sabine Bierfreund und lud Range ein, sich doch erst einmal ein Bild zu machen, bevor er solche Aussagen in den Raum stellt.

Birgit Klieser-Scholz, Rektorin der Katholischen Grundschule, legte dar, dass jede Grundschule über Laptops und Computer verfüge. "Diesen Vorwurf möchte ich insgesamt für alle Schulen nicht stehen lassen. Wir arbeiten alle innovativ. An unserer Schule überlegen wir gerade, ob wir eine digitale Tafel anschaffen wollen." Für die Teilnahme an solchen Projekte brauche man auch Lehrer. "Im Moment sind wir ausgelastet", so Klieser-Scholz.