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Celle Ortsteile Sanierung Neuenhäusens aus Haushalt verschwunden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Sanierung Neuenhäusens aus Haushalt verschwunden
12:51 05.10.2017
Von Gunther Meinrenken
Teile Neuenhäusens südlich der Bahnhofstraße sollten eigentlich städtebaulich gefördert werden. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

NEUENHÄUSEN. 75.000 Euro für das kommende Jahr und jeweils 150.000 Euro für 2019 und 2020 waren ursprünglich für die Aufnahme des Stadtteils in das Städtebauprogramm "Stadtumbau West" eingeplant gewesen. Jetzt steht an diesen Stellen jeweils eine Null.

Stadtbaurat Ulrich Kinder hatte eine mögliche Sanierung Neuenhäusens schon 2014 in seinem Stadtentwicklungsprogramm Celle vorgeschlagen. Der Ortsrat stimmte im Juni 2015 einhellig dafür, den Stadteil in die Städtebauförderung aufzunehmen. Der Celler Rat genehmigte Mittel für die "Vorbereitende Untersuchung. Schwerpunkte: Vor allem der Güterbahnhof, das ehemalige Trüllergelände und das Areal der Stadtwerke bieten nach Meinung von Stadtplanern großes Entwicklungspotenzial.

Im Februar dieses Jahres wurden die Ergebnisse vorgestellt. "Dann kam der neue Oberbürgermeister Jörg Nigge. Und das von Experten stark befürwortete Projekt kam zum Erliegen", beschwert sich Rodenwaldt. Denn ein Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm ist nicht gestellt worden. Ganz im Gegenteil: "Überwiegend mit den Stimmen der CDU und AfD wurde jetzt der Nachtrag beschlossen und dabei die Sanierung Neuenhäusens still und heimlich aus dem Haushalt mit der mittelfristigen Finanzplanung gestrichen", moniert Rodenwaldt, dass dies zuvor in keinem Ausschuss behandelt worden sei.

Nach Auffassung von Rodenwaldt ist höchste Eile geboten, eine Verschiebung schädlich für das Projekt. "2019 laufen die Mietverträge auf dem Stadtwerkegelände aus. Daher müssen vorher Weichen gestellt und Entscheidungen getroffen werden", so der SPD-Fraktionschef im Celler Rat. Im Neuen Rathaus sieht man das offensichtlich anders.

In der Ratssitzung war Kämmerer Thomas Bertram auf das Thema zu sprechen gekommen. Dass das Sanierungsgebiet nicht mehr im Nachtragshaushalt enthalten sei, "bedeutet keineswegs, dass keine Sanierung erfolgen soll. Vielmehr verschiebt sich die Maßnahme, da der Baubereich in eine Vielzahl anderer Projekte, so zum Beispiel die Wohnbauoffensive, eingebunden ist". Bertram versprach: "Das Stellen eines entsprechenden Antrags kann und soll bis zum Sommer kommenden Jahres erfolgen, insoweit kann rechtzeitig für den Haushalt 2019 über eine Mittelbereitstellung entschieden werden."

Rodenwaldt bleibt skeptisch und lässt die klamme Finanzlage als Argument nicht gelten. "Die Verwaltung schreibt selbst, dass sich im Vergleich zum ursprünglichen Haushalt eine größere Entschuldung ergibt." Sein Fazit: "Die Verwaltung und die sie unterstützenden Parteien wie AfD und CDU verfolgen die falsche Stadtplanung und springen zu kurz, wenn sie den vor ein paar Jahren initiierten Prozess umkehren und dem Vorgestern anhängen. Das ist schädlich für die Stadt", bemerkt Rodenwaldt.