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Celle Ortsteile Schulwahl: Landrat hilft auch mal persönlich
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Schulwahl: Landrat hilft auch mal persönlich
17:30 15.06.2018
Von Gunther Meinrenken
Landrat Klaus Wiswe Quelle: Gunther Meinrenken
Celle

Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist der Fall einer Celler Mutter. Bei ihrem Versuch, ihren Sohn noch am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium anzumelden, war sogar Landrat Klaus Wiswe (CDU) persönlich involviert. Das dürfte ein gefundenes Fressen für die Opposition im Kreistag sein, wenn am Montag, 18. Juni, 14.30 Uhr, Kreistagssaal, der Schulausschuss des Landkreises zu einer Sondersitzung zusammentritt. Die war auf Betreiben von SPD, Grünen und WGL zustande gekommen. Die drei Parteien wollen über die in diesem Zusammenhang vom Landkreis getroffenen Eilentscheidungen diskutieren. Der Fall der Celler Mutter dürfte dabei wohl auch eine Rolle spielen.

Die Frau war nach eigenen Angaben schließlich in der Landkreisverwaltung gelandet und hatte dort Schulamtsleiter Reinhard Toboll getroffen. Dieser habe sie darauf hingewiesen, dass er nicht helfen könne und sie sich letztlich nur noch an den Landrat wenden könne. Daraufhin schilderte die Mutter in einer Email an Wiswe ihr Anliegen. Was dann genau geschah, ist nicht bekannt. Offensichtlich hat es einen Kontakt zwischen dem Landkreis und dem KAV gegeben. In der Antwort von Wiswe an die Celler Mutter teilte er mit, dass sie ihren Sohn nun am KAV anmelden könne.

An der Trift tut man sich schwer, den Vorfall aufzuklären. Erst auf wiederholtes Nachfragen bestätigt Landkreissprecher Tore Harmening: "Anmelden kann' bezog sich auf die Möglichkeit der freien Plätze. Die Schulleitung hatte signalisiert, das Ansinnen wohlwollend zu prüfen, dabei aber auf Vorrang durch Wiederholer und bereits besetzte Plätze durch aktuellen Zuzug hingewiesen." Zuvor wollte der Landkreissprecher sich aus Datenschutzgründen gar nicht zu dem Fall äußern. Allerdings hatte er eingeräumt: "Wenn der Landrat persönlich oder durch seine Mitarbeiter helfen kann, hat er dies in der Vergangenheit getan und wird das auch in Zukunft tun. Natürlich im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen und ohne dabei Einzelne zu bevorzugen oder zu benachteiligen."

Harmening rückte ferner die fälschliche Vorgabe Hölty oder Ernestinum zurecht: "Die Eltern haben die Möglichkeit, sich an jeder Schule zu bewerben. Eltern, die sich beim Landkreis persönlich gemeldet haben, wurden auf freie Plätze hingewiesen. Die letzte Entscheidung liegt bei der Schule, weil sie im Rahmen der Vorgaben der Zügigkeit selber über die Platzvergabe entscheiden muss. Der Landkreis hat darauf keinen Einfluss. In der Pressemitteilung war das missverständlich formuliert."

Für Diskussionsstoff dürfte auch die Beschränkung auf vier Züge am HBG sorgen. Unter Verweis auf die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren und den dadurch entstehenden zusätzlichen Raumbedarf hatte der Landkreis dem HBG einen fünften Zug versagt, obwohl Schulleiter Mirko Truscelli versicherte, dafür genug Platz zu haben. "Uns ist schleierhaft, warum man die fachliche Einschätzung des HBG nicht berücksichtigt hat und das beliebteste Celler Gymnasium künstlich klein hält", sagt dazu SPD-Kreistagsmitglied Maximilian Schmidt und ergänzt: "Wir brauchen endlich eine Schulplanung mit Weitblick und keine Eilentscheidungen nach Tagesform."

Mit einem Minus im niedrigen sechsstelligen Bereich hat Daniel Herzog gerechnet, nachdem das von ihm organisierte Beachsoccer-Turnier am Celler Hafen vor zwei Wochen in einem finanziellen Fiasko endete. Ganz so schlimm ist es letztlich nicht gekommen, doch sitzt der Wietzer am Ende auf Schulden in Höhe von 85.000 Euro. Um die Begleichung seiner Verbindlichkeiten stemmen zu können, hat der 29-Jährige jetzt ein Crowdfunding initiiert. Unter www.leetchi.com/c/celler-beachsoccer-open können die Celler dem gebeutelten Nebenerwerbs-Geschäftsmann finanziell unter die Arme greifen.

Gunther Meinrenken 15.06.2018

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Gunther Meinrenken 15.06.2018

Äußerst erfolgreich verlief im vergangenen Jahr die Sonderausstellung zum 500-jährigen Reformationsjubiläum über die Celler Schlosskapelle. In der Gotischen Halle verschafften sich 27.000 Besucher an großen Panoramawänden und 3D-Animationen einen Einblick in das kleine Gotteshaus, das vor allem den Celler Herzögen und ihrem Gefolge vorbehalten war – denn in das "einzigartige Gesamtkunstwerk" selbst kommt man heutzutage nicht hinein. Die Atemluft würde zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit führen und das zu weiteren Schäden an den Kunstwerken. Die Ausstellung soll den Cellern und vor allem den Touristen weiter erhalten bleiben, sie zieht voraussichtlich im Spätsommer ins Schloss ein.

Gunther Meinrenken 15.06.2018