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Celle Ortsteile Sparkasse Wietzenbruch: Aus Geschäftsstelle wird SB-Standort
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Sparkasse Wietzenbruch: Aus Geschäftsstelle wird SB-Standort
17:04 28.07.2014
In Zukunft können die Kunden der Sparkasse in der Filiale in Wietzenbruch nur noch Geld abheben, Überweisungen tätigen und Briefe abgeben. Quelle: Benjamin Westhoff
Wietzenbruch

Die Umwandlung ist Teil einer langen Entwicklung. In den vergangenen 25 Jahren hat die Sparkasse insgesamt 20 ihrer Geschäftsstellen im Landkreis zu reinen SB-Standorten umgebaut – zuletzt die Filialen in Vorwerk und an der Bahnhofstraße. „Wir haben einfach nicht mehr die Frequenz in Wietzenbruch, um die persönliche Betreuung vor Ort aufrecht zu erhalten“, gab Axel Lohöfener, Vorsitzender der Sparkasse Celle, in der jüngsten Sitzung des Wietzenbrucher Ortsrates bekannt.

In den vergangenen Jahren habe sich der Besucherstrom in die Filiale um mehr als die Hälfte reduziert, da immer mehr Kunden den Service des Online-Banking nutzen würden – Tendenz steigend. Künftig werde in der kleineren Filiale lediglich ein Briefkasten für Überweisungen, ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker stehen, so der Sparkassen-Chef: „Damit sind 95 Prozent aller Kundenkontakte abgedeckt.“

Die zwei Berater der Filiale wechseln zur Geschäftsstelle am Lauensteinplatz, wo sich die Wietzenbrucher beraten lassen könnten. Angesichts dieser Nachricht musste sich der Banker einige Kritik von Gästen der Ortsratssitzung anhören. „Das Verhalten ist gegenüber langjährigen Kunden einfach schäbig“, sagte Beate Petersmann. Eine andere Frau meinte: „Angesichts der demographischen Entwicklung haben wir immer mehr ältere Kunden, die sich dadurch veräppelt fühlen.“ Doch es gab auch Stimmen wie diese, die den Schritt nicht so kritisch sehen: „Wer kilometerweit zum Einkaufen fahren kann, erledigt seine Bankgeschäfte einfach in diesem Zug.“

Lohöfener verwies darauf, dass die Wietzenbrucher auch künftig alle Leistungen vor Ort in Anspruch nehmen können, nur in anderer Form: „Wenn jemand eine Beratung will, kommen unsere Berater zu Ihnen nach Hause.“ Über das Service-Center in Bergen könnten Kunden all ihre Bankgeschäfte auch telefonisch erledigen. Bei Bedarf würden Sparkassen-Mitarbeiter sogar benötigtes Geld bis an die Haustür ausliefern – davon werde aber nur selten Gebrauch gemacht.

Den Vorschlag von Ortsratsmitglied Ralf Krumwiede (Unabhängige), nur eine Beratung an gewissen Tagen in der Woche anzubieten, erteilte Lohöfener eine Absage: „Davon bin ich nicht überzeugt, da es ein fauler Kompromiss ist. Schon nach ein paar Monaten wird niemand die Filiale vermissen.“

Von Kai Knoche