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Celle Ortsteile Spielerisch ins Mittelalter
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Spielerisch ins Mittelalter
11:30 11.06.2017
Wie stellt man Seife oder Ledersäckchen her, wie geht Filzen? Es gab vieles zu entdecken beim Mittelalter-Luther-Fest in der Paulusgemeinde. Quelle: Alex Sorokin
Celle

„Den nehme ich, der ist schön glatt“, sagt Max zu seinem Freund Malte. „Ich dachte erst, da sind Schätze drin, aber es sind nur Steine, aber die sind schön“, lautet dessen Kommentar zum Spiel „Schatzsuche“. In einer großen, mit Sand gefüllten Zinkwanne haben die beiden gebuddelt und sind auf die kleinen mineralischen Kostbarkeiten gestoßen. Kein Plastik, keine schrillen Farben, nichts Digitales – die Paulusgemeinde hat die Kinder am Samstag zu einer kleinen spielerischen Zeitreise ins Mittelalter eingeladen, und daher dominieren Leder, Holz und Jute.

„Wie hat dieser Luther gelebt?“ Das war die Frage, die bei den kleinen Teilnehmern des einmal monatlich, jeweils samstags stattfindenden Kindermorgens aufkam. „Wir haben Luther spielerisch mit eingebaut ins Kirchenjahr aus Anlass des Reformationsjubiläums“, erläutert die Leiterin des Paulus-Familienzentrums, Sabine Richter-Zeck. „Da lag es nahe, ein kleines Mittelalter-Luther-Fest zu feiern, um einen Eindruck vom Leben damals zu vermitteln.“

Wer möchte, streift sich ein Jute-Cape über, das Feuer gleich am Eingang erzeugt die passende Stimmung, um sich im Bogenschießen, Hufeisen-Werfen, Apfel-Schnappen oder Kirschkern-Weitspucken zu versuchen. „Schmalzbrote – nur drei Taler“, ruft „Marktfrau“ Esther Avsar. Es wird gefilzt, Seife hergestellt und ein Zopf geflochten. Mit einfachem Zubehör, aber Ideenreichtum und einem Sinn für die kleinen, unspektakulären Dinge haben die Mitglieder der Gemeinde die Atmosphäre eines mittelalterlichen Marktplatzes geschaffen. Eine Ausnahme von den natürlichen Materialien ist erlaubt. In einer kleinen Plastikschale rühren Celine und Emil ihre Seifenlauge an, aus der ihre „Puste“ und der Wind riesige Seifenblasen in die Luft und ein großes Lachen in ihre Gesichter zaubert.

Von Anke Schlicht