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Celle Ortsteile Stadt Celle schiebt autofreien Sonntag an
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Stadt Celle schiebt autofreien Sonntag an
16:57 28.07.2014
Von Michael Ende
Celle

Als „Stadt mit Energie“ - und zwar mit erneuerbarer Energie - möchte sich Celle gerne präsentieren. Da kommt der Stadtverwaltung ein Antrag der Ratsfraktion der Linken/BSG gerade recht. Die hatte gefordert, einen „autofreien Sonntag“, wie er jüngst in Hannover organisiert wurde, als ein „kleines Fest für alternative Mobilität und nachhaltige Lebens­stile“ auch in Celle zu veranstalten. In der jüngsten Sitzung des städtischen Umweltausschusses stieß die Idee auf Zustimmung.

Am 20. September 2015 sollen sich laut Vorschlag der Linken Celler beim Klimaschutzfest über erneuerbare Energien, alternative Mobilitätskonzepte und nachhaltiges Leben informieren. „Wir stellen uns vor, dass der gesamte Altstadtbereich für den privaten Autoverkehr gesperrt wird – also inklusive Nordwall und Südwall. Da könnte es dann heißen: Freie Fahrt für Radfahrer und Skater“, so Linken-Ratsfrau Behiye Uca. Vor allem aber solle es darum gehen, dass alle Verbände und Gruppen, die sich als Klimaschutzakteure verstehen, ihre Initiativen vorstellten und diskutierten.

„Ich finde den Vorschlag gut. Ich denke noch heute gerne an die autofreien Sonntage Anfang der Siebziger zurück, als man zu Fuß auf der B 3 spazieren gehen konnte“, sagte Hartmut Cewe (Unabhängige). Patrick Brammer (SPD) und Axel Fuchs (CDU) sagten, ihre Fraktionen hätten sich noch keine Meinung zum Thema gebildet.

Seine Fraktion unterstütze den Antrag der Linken, sagte Bernd Zobel (Grüne): „Allerdings würden wir den Termin anders als von den Linken angedacht lieber nicht im September sehen - unter anderem wegen der Hengstparade.“ Wichtig, so Zobel, sei die Veranstaltung - nicht so sehr eine Sperrung bestimmter Stadtteile für den Autoverkehr.

Stadtbaurat Ulrich Kinder sagte, er habe zunächst noch keine Beschlussvorlage erstellen lassen, weil er zuerst hören wolle, wie die Politik zur Idee stehe: „Eine Großveranstaltung einfach so macht keinen Sinn. Man muss sie auch wollen.“ Celle sei auch nicht Hannover: „Dort ist das Thema Klimaschutz schon viel länger etabliert.“ Das Ganze müsse „für Celle angemessen“ aufgegriffen werden, so Kinder: „Wenn man es so machen wollte wie Hannover, dann würde das 300.000 bis 400.000 Euro kosten.“ Wobei in Hannover rund die Hälfte der Mittel über Sponsoren aufgebracht worden seien.

Außerdem mache eine „restriktive Veranstaltung keinen Sinn“, so Kinder. Einfach zu sagen „Hier ist autofrei“ reiche nicht aus: „Wie soll man denn auch mit Celles ÖPNV von überall her ohne Auto in die Stadt kommen?“ Für einen erfolgreichen Aktionstag müssten möglichst viele Akteure mit ins Boot geholt werden, und die Politik müsste Mittel bereitstellen, sagte der Stadtrat. In den nächsten Wochen wolle er einen Vorschlag für ein Konzept ausarbeiten.