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Celle Ortsteile Stadt stoppt Abzocke
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Stadt stoppt Abzocke
15:36 02.12.2011
Von Christoph Zimmer
Celle

Auf einen ausgesprochen entspannten Abend hatten sich die sechzehn Gäste gefreut, als sie die Einladung des Veranstalters der Weihnachtsaktion gelesen haben. Immerhin sollte es eine prächtige Schlachteplatte geben, außerdem wurden ihnen Gänse und Truthähne versprochen, die sie vor dem Festessen als Geschenk mit nach Hause nehmen dürften. Als die Gäste wieder zu Hause waren, hatten sie von derlei Gaumenfreuden nur träumen können. Drei von ihnen hatten sogar einen Vertrag unterschrieben, in dem sich sich verpflichtet hatten, gegen Barzahlung ein Fußmassagegerät zu kaufen – für 1300 Euro. Ein vielfaches von dem, was das die Geräte eigentlich kosten, wie die Stadt jetzt mitteilte.

Nach einem dreistündigen Verkaufsgespräch hatten sich drei der Anwesenden dem Druck der Verkäufer gebeugt und sich dazu überreden lassen, eines der Geräte zu kaufen. In einem Nebenraum wurden sie gegenüber Dritten zum Schweigen verpflichtet. Dann wurden die Verträge unterzeichnet. Allerdings nur von den Käufern. Auf die Firmenanschrift oder den Verkäufer, an die man sich wenden kann, wenn man die Ware reklamieren oder die Bestellung widerrufen möchte, gibt es: keinen Hinweis. Die Geräte sollten am Folgetag ausgeliefert werden. Gegen Barzahlung, versteht sich.

Den Besitzer gewechselt haben die Geräte aber nicht. Bei der Auslieferung und vor Ort, im Garßener Lindenhof, haben Kathrin Lohpens und Heiko Richter von der städtischen Gewerbeabteilung, eingegriffen. Daraufhin brachen die Veranstalter den Verkauf ab. Die Daten von Firma und Verkäufer werden derzeit geprüft – genauso wie eine Betrugsanzeige bei der hiesigen Staatsanwaltschaft.

Heidrun Schleinitz hat von der Verkaufspräsentation nichts gewusst. „Damit haben wir nichts zu tun“, sagt die Betreiberin des Lindenhofs. „Wir stellen lediglich die Räumlichkeiten zur Verfügung. Alles andere ist die Sache des Veranstalters.“ Grundsätzlich verurteilt sie solche Verkaufsveranstaltungen. „Es ist einfach unmöglich, wie versucht wird, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Vor diesem Hintergrund bittet das Gewerbeaufsichtsamt darum, Verkaufsveranstaltungen sofort zu melden. Im Rathaus unter s (05141) 12699 oder s (05141) 12322. Grundsätzlich warnen Lohpens und Richter davor, „bei Verkaufsveranstaltungen irgendwas zu unterschreiben“. Wenn doch, solle man immer darauf achten, „dass auf dem Kaufvertrag auch die Firmenanschrift, Telefonnummer und Name des Verkäufers vermerkt sind“. Am besten sei aber, da sind sich beide einig, „gar nicht erst teilzunehmen, denn am Ende zahlen sie immer nur drauf“. In Garßen konnten sie drei Menschen davor gerade noch bewahren.