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Celle Ortsteile Starker Rückgang der Arbeitslosigkeit in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Starker Rückgang der Arbeitslosigkeit in Celle
13:36 22.04.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Veranstalter
Celle

Herr Seemann, im Landkreis ist ein kräftiges Plus bei der Beschäftigung und eine deutliche Abnahme der Arbeitslosigkeit zu erwarten. Wie bewerten Sie diese Prognose?

Das (IAB) ist ein unabhängiges Forschungsinstitut, das eher rechnerisch vorgegangen ist bei der Erstellung der Prognosen für bundesweit alle Arbeitsagenturen. Regionale Einschätzungen fließen nicht ein. Das IAB sieht einen Korridor von 1,1 Prozent bis 3,8 Prozent, Mittelwert ist 2,4 Prozent. Die Celler Agentur für Arbeit nimmt eine lokale Einschätzung jeweils zum Ende des Jahres vor, wir setzen uns mit Vertretern der Kammern, Wirtschaftsförderung und weiteren Netzwerkpartnern am Arbeitsmarkt zusammen. Wir sind etwas vorsichtiger mit unserer Einschätzung und sehen ein Wachstum der Beschäftigung von 1,6 Prozent, liegen also im Korridor des IAB, aber unter dem Mittelwert.

Und wie sieht es bei der Abnahme der Arbeitslosigkeit aus?

Der Prognose liegen Auswertungen von Zeitreihen der Vergangenheit zu Grunde. Die Einschätzung des Rückganges der Arbeitslosigkeit um 11,9 Prozent im Laufe dieses Jahres für den gesamten Bezirk der Arbeitsagentur lässt sich auch auf den Landkreis Celle übertragen. Im Januar wurde hier die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,9 Prozent unterboten, im Februar um 9,8 Prozent und im März bereits um 13 Prozent. Hier hat der saisonal übliche Frühjahrssaufschwung einen großen Anteil, der Rückgang wird sich allerdings nicht in diesen großen Schritten fortsetzen. Die Ausgangslage für das Jahr 2018 ist damit aber sehr gut, eine Abnahme der Arbeitslosigkeit um etwa zehn Prozent durchaus realistisch. Voraussetzung für diese Gedankenspiele ist natürlich, dass sich die Einflüsse aus Wirtschaft und Politik, beispielsweise Strafzölle oder humanitäre Krisen, nicht wesentlich verändern.

Nähern wir uns damit im Landkreis der Vollbeschäftigung?

Mit Blick darauf, dass die gute Entwicklung im Januar bei 6200 Arbeitslosen begann, wäre ein Jahresdurchschnittswert am Ende des Jahres bei 5500 Erwerbslosen durchaus möglich, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent im Jahresdurchschnitt – diese konkrete Prognose beinhaltet aber viel Kaffeesatzleserei. Wünschenswert wäre natürlich eine fünf vor dem Komma – ausgeschlossen ist dies sicher nicht. Vollbeschäftigung ist eine Frage der Definition, im Idealzustand steht für jeden Arbeitsuchenden eine Stelle zur Verfügung. Da dies nur theoretisch möglich ist, nennen die meisten Definitionen 4 Prozent. Mit einem Wert um 6 Prozent ist diese nicht erreicht – aber wir kommen dem Wert näher, als noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten wurde.

In welchen Branchen sind die größten Zuwächse zu erwarten?

Die sechs Branchen mit den meisten Beschäftigten sind Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Einzelhandel, Gesundheitswesen und Baugewerbe. In den ersten beiden Branchen sind eher keine Zuwächse zu erwarten, im Gesundheitswesen und insbesondere im Baugewerbe sind die Prognosen aber sehr positiv – allerdings auch geprägt vom hohem Fachkräftebedarf. Einstellungen erfolgen darüber hinaus häufig in Klein- und Mittelständischen Unternehmen. Auch Gastronomie und Hotellerie sowie produzierende Unternehmen sind in Celle sehr präsent, auch hier mit positiven Beschäftigungsperspektiven.

Wer sind die Gewinner dieser Entwicklung?

Besonders die Jüngeren unter 25 Jahren konnten von der guten Arbeitsmarktlage profitieren. In diese Altersgruppe spielen die Aufnahme von Berufsausbildungen und auch die Übernahme nach Ausbildung hinein. Eine erfreuliche Entwicklung in diesem Bereich zeigt also, dass die Celler Unternehmen ausbilden und auch übernehmen – ein klares Indiz, dass auch die Unternehmen positiv in die Zukunft blicken.

Wie steht Celle im Vergleich mit anderen Agenturbezirken da?

Der prognostizierte Rückgang fällt gegenüber anderen Agenturen für Arbeit aktuell hoch aus. Die gute Entwicklung setzt in Celle etwas zeitverzögert ein, andere Agenturbezirke hatten bereits im vergangenen Jahr stärkere Rückgänge als Celle zu verzeichnen. Der Celler Arbeitsmarkt ist geprägt von klein- und mittelständigen Unternehmen, weniger von großen Produktionsfirmen. Damit reagiert der Arbeitsmarkt verhaltener auf einen Konjunkturanstieg. Der Celler Arbeitsmarkt ist mehr in sich geschlossen – was auch Vorteile hat. Bei ungünstigen Entwicklungen ist der hiesige Arbeitsmarkt dann stabil aufgestellt. Die Auf- und Abschwünge fallen einfach geringer aus.

Otto Haeslers sozialpolitisches und architektonisches Konzept des modernen sozialen Wohnungsbaus in seiner Siedlung am Galgenberg zu erhalten, ist die Vorstellung der Celler FDP-Fraktion. Bei einer Sonderfraktionssitzung mit Ortsbesichtigung überzeugten sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Joachim Falkenhagen, sein Fraktionskollege Harald Range sowie der Kreisvorsitzende Robert Kudrass und der stellvertretende Ortsvorsitzende Martin Tietje von dem teilweise maroden Zustand einiger Bauten. -

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