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Celle Ortsteile Streit um Schweinefleisch an Schulen: Celler AfD kriegt verbale Prügel
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Streit um Schweinefleisch an Schulen: Celler AfD kriegt verbale Prügel
17:54 13.06.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: dpa/Montage: CZ
Celle

Das AfD-Ratsmitglied hatte im März die Verwaltung aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Schweinefleisch weiterhin oder wieder auf der Speisekarte in allen Kitas und Grundschulen angeboten wird. In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses bezog der selbst aus Kasachstan stammende Russlanddeutsche kräftig verbale Prügel.

Für Trenkenschu ist es ein Unding, dass einige Kitas und einige Grundschulen beim Speiseplan Rücksicht auf muslimische Kinder nehmen. Er spricht von "falsch verstandener Toleranz", wenn die "gesellschaftliche Mehrheit sich an die Regeln der Minderheit anpasst". In der Sitzung bemängelte Trenkenschu die Vorlage der Verwaltung. Er konnte nicht verstehen, warum alle städtischen Kitas "aus organisatorischen Gründen weitestgehend auf das Angebot von Schweinefleischprodukten verzichten".

Dezernentin Susanne McDowell erklärte noch einmal, was eigentlich auch schon in der Vorlage stand: "Fast alle städtischen Einrichtungen werden durch die Zentralküche beliefert. Mehrere Menüs zuzubereiten, übersteigt die Kapazität." Lediglich bei Gerichten, die man gut in zwei Varianten zubereiten könne wie Eintopf, sei es möglich, ein unterschiedliches Angebot zu machen. "Weitere Ausnahmen sind kaum möglich, da bereits durch die Versorgung der Kinder mit Allergien einige Besonderheiten berücksichtigt werden müssen, die die Kapazität und Möglichkeiten der Küche bereits an ihr Limit bringen", heißt es in der Vorlage.

Und bei den Grundschulen? Eine Abfrage der Stadt hatte ergeben, dass an drei Bildungseinrichtungen kein Schweinefleisch mehr angeboten werde. Doch die Grundschulen handeln eigenverantwortlich. Sprich, sie legen den Speiseplan in Absprache mit der Elternschaft selbst fest, die Stadt hat hier keine Einflussmöglichkeit.

Trenkenschu ließ nicht locker. Er sorge sich um die Integration der Zuwanderer, wenn diese quasi nicht schon von Kindesbeinen an an den Verzehr von Schweinefleisch gewöhnt werden. Dass es durchaus auch ethische und gesundheitliche Gründe gibt, auf Schweinefleisch zu verzichten, darauf ging Trenkenschu nicht ein. "Ich bin auch freiwillig nach Deutschland gekommen. Die Leute müssen doch die Kultur hier akzeptieren. Wie sollen wir diese Menschen integrieren, wenn später in ihrem Betrieb in der Kantine Schweinefleisch angeboten wird oder sie zum Grillen gehen", meinte der AfD-Ratsherr.

War es bis dahin relativ ruhig geblieben im Ausschuss, so nahmen sich die Vertreter der anderen Parteien jetzt Trenkenschu zur Brust. Reinhold Wilhelms (SPD) warf ihm vor: "Integration hat nichts mit Schweinefleisch zu tun, ihnen geht es nur darum, die demokratischen Regeln an den Schulen aufzubrechen." Deutlicher wurde Juliane Schrader (Grüne): "Ihr Antrag richtet sich gegen Minderheiten. Sie erwarten, dass Kitas und Schulen zwangsweise Schweinefleisch anbieten."

Richtig angefasst war Behiye Uca (Die Linke), die sich als Kurdin persönlich angegriffen fühlte. "Immer wieder so ein Druck und so ein Hass. Ich sehe es Ihnen direkt an. In jeder Sitzung kommt so ein Mist von Euch. Das widert mich an." Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder mit deutlicher Mehrheit gegen den Antrag der AfD, dass sich die Stadt für Schweinefleische an Schulen und Kitas einsetzen soll.

Eigentlich sollte man vermuten, Burchard Führer könnte sich ausgebootet fühlen. Doch der Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH, in deren Besitz die Immobilie des Hehlentorstifts ist, bleibt gelassen. Auch nachdem die Geschäftsführerin der Lobetalarbeit, Christine Petersen, vergangene Woche eine Lösung für den Heimbetrieb präsentierte, in der der Adelheidsdorfer keine Rolle mehr spielt.

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