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Celle Ortsteile Suche nach dem Mörder beim Festschmaus
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Suche nach dem Mörder beim Festschmaus
18:15 26.03.2012
Wer ist der T‰ter? Spannende Unterhaltung bot der Dinner-Krimi im Hotel Celler Tor. Quelle: Gert Neumann
Groß Hehlen

Mittendrin, statt nur dabei und nicht immer ist der Mörder der Gärtner. So die Quintessenz im Fall des englischen Dinner-Krimis „Mord an Bord, Mylord“ von Pia Thimon. Die Geschichte um den patriotisch-exzentrischen Admiral Lord Reginald Bromstroke (Ludwig Richter) zeigt „Seeblick“, wenngleich der köstlich-kautzige alte Fahrensmann auf seinen Herrensitz Oakenshore Manor eingeladen hat.

Anlass ist der 125. Jahrestag der Schlacht von Trafalgar (im Jahr 1805), in der Bromstroke angeblich an der Seite von Admiral Nelson die französische Flotte schlagen und damit Englands Weg zum Seemacht Nummer Eins ebnen konnte, und auch der 10. Todestag von Ehefrau Beatrix, die über Bord gegangen und ertrunken war. All das sollte bald keine Rolle mehr spielen, denn mitten ins Fest hinein geschieht ein Mord.

Aber wer ist der Täter? So viel steht fest: Der Gärtner ist es nicht. Und ein Motiv hatte jeder der hervorragenden Darsteller von Mrs. Winnifred Beehive (Katja Schreier) über Richard Bromstroke (Thorsten Junge), Miss Dinah (Vanessa Derkum), Lady Highham (Beate Leclercq) bis Braithwait (Jan Opderbeck). Erst der berühmte französische Detektiv Achille Pernod sollte den Fall klären.

„Ja, es ist weitaus anstrengender inmitten der Gäste ohne Bühne zu spielen. Man weiß nie, wie das Publikum drauf ist, muss vieles spontan erledigen. Dazu kommt, dass wir das Publikum fest einbinden müssen“, sagt Vanessa Derkum später. Im Theaterstück hatte sie ein Auge auf Dr. Hyden alias Sebastian Dubberke aus Burgdorf geworfen, der die Eintrittskarte zu Weihnachten geschenkt bekommen hat und spontan zum Arzt befördert wurde. Wie Dubberke erging es fünf weiteren Gästen.

In den Spielunterbrechungen bringen fleißige Händen Köstliches auf die Tische: Lachstatar mit Kaviar-Creme-fraiche an Gurken-Melonensalat und Rucula – ein Magenöffner der Extraklasse. Auch Gang zwei ließ Herz und Magen jubeln. Die „Apfel-Selleriecremesuppe mit Tomaten-Mozzarellaspieß“ – einfach köstlich. Der Hauptgang „Supreme von der Maispoularde mit weißer Balsamico-Sauce, Vanille-Karotten und schwarze Nadeln“, zerging auf der Zunge. Spätestens nach dem finalen „Tiramisu mit Kaffee-Baileysauce“ stand das Urteil fest: Krimi und Dinner trennen sich unentschieden, jeweils mit Spitzenleistung.

Von Gert Neumann