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Celle Ortsteile Südwall: Ortsrat sorgt sich um gefährliche Ecke in Celler Altstadt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Südwall: Ortsrat sorgt sich um gefährliche Ecke in Celler Altstadt
17:00 25.07.2014
Von Michael Ende
"Gefährliche Ecke“? Beim Café Müller überqueren Passanten ohne Hilfe einer Ampel den Südwall. Passiert ist bisher nichts. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

Tim Übermuth (CDU) hatte bereits im November 2013 die Frage aufgeworfen, wie man am besten und sichersten Passanten und Radler leiten sollte, die aus dem Französischen Garten kommend beim Café Müller über die Straße Richtung Innenstadt möchten. Mit der Mitteilung der Verwaltung, dass man sich um dieses Problem nicht weiter zu kümmern brauche, wollte sich die Altstadt-Politik in der April-Sitzung des Gremiums nicht zufriedengeben. Man bestand darauf, dass ein Vertreter der Fachverwaltung dazu Stellung nimmt. In der jüngsten Ortsratssitzung ist das geschehen. Zufrieden ist das Gremium immer noch nicht.

„Angesichts des in den letzten Jahren erheblich gewachsenen Verkehrsaufkommens im Südwall stellt sich nach unserer Ansicht im Umfeld des Fußgängerüberwegs vom Französischen Garten in die Altstadt ein erhöhtes Gefährdungspotential für Fußgänger, insbesondere für Kinder und bewegungseingeschränkte Mitbürger dar“, so Übermuth. Obwohl die Führung des Fußgängerverkehrs über den Fußgängerüberweg „Stadtbibliothek-Westcellertorstraße“ durch eine „vollverkehrsabhängige Steuerung“ gewährleistet sei, zeige sich in der Praxis, dass die meisten Fußgänger und Fahrradfahrer den Südwall direkt im Kurvenbereich bei „Café Müller“ querten. Übermuth: „Durch die gegenläufig angeordneten Fahrradwege vor Dettmer & Müller in Richtung Schlossplatz wird der Eindruck einer gebotenen Querung an dieser Stelle noch verstärkt. Gerade für Ortsunkundige ist der Weg in die Altstadt hier nicht schlüssig ersichtlich und sollte zur Risikominimierung verkehrsplanerisch überdacht werden.“

In der Ortsratssitzung sollte der Straßenplaner Helmut Knabe als Vertreter der Verwaltung einen Vortrag über die Situation und die Sicht der Verwaltung halten. „Statt neuer Ansätze, die missliche Situation perspektivisch zu verbessern, wiederholte er jedoch die bereits bekannte Sichtweise der Verwaltung, es gebe dort keinen Unfallschwerpunkt und man habe nicht vor, verkehrsplanerisch an der Ecke etwas zu ändern“, ärgert sich Übermuth.

Daraufhin habe sich erneut eine lebhafte Diskussion unter den Ortsratsmitgliedern entfacht, die als Tenor hatte, dass der Ortsrat nicht warten wolle, bis ein Unfall passiert, sondern die Verwaltung im Rahmen eines fraktionsübergreifenden Antrags dazu aufgefordert werden solle, die Verkehrssituation dort zu ändern. Übermuth hat sich bereit erklärt, diesen Antrag zu formulieren. In ihm fordert er im Namen des Ortsrates: „Perspektivisch sollte eine zweite, synchronisierte Lichtsignalanlage oder eine Verbreiterung des Fußweges zwischen Stadtbibliothek und Parkhaus in Betracht gezogen werden.“

Einer, der die Situation vor Ort genau kennt, ist Café-Chef Joachim Müller: „Wir haben hier in 25 Jahren keine Unfälle mit oder ohne Personenschaden bemerkt. Vielmehr bin ich manchmal selbst erstaunt, dass sich eine eigentlich unübersichtliche Situation, wenn keine Regulierungen bestehen, so unaufgeregt durch Vernunft und Rücksichtnahme klärt. Was sollte man da schon regulieren?“ Die Passanten wählten so gut wie alle den kürzesten Weg über die Straße, so Müller: „Die Autofahrer akzeptieren das und fahren situationsgerecht. Funktionieren würde eine Regelung sowieso nur, wenn sie die Gewohnheitswege aufnehmen würde. Der Fußgängerstrom müsste so wie bisher über die Kurve geführt werden. Die Passanten werden immer den Weg in Richtung der Schaufenster von Dettmer & Müller wählen. Am besten wäre, wenn man die Dinge so laufen ließe wie sie laufen.“