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Celle Ortsteile Tag der Architektur in Altencelle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Tag der Architektur in Altencelle
17:38 26.06.2016
Tag der Architektur: Das Gemeindehaus in Altencelle präsentierte sich den Besuchern gestern als gelungene Verbindung zwischen alter und neuer Bausubstanz. Quelle: Tore Harmening
Altencelle

Erst nach einiger Zeit kam man auf den Platz an der alten Pfarrscheune. Erst hatte man überlegt, sie abzureißen, aber dann kam heraus, dass sie unter Denkmalschutz steht. Also musste ein neuer Plan her, und da kam Heike König in Spiel. Das Unternehmen der Architektin arbeitete schon häufiger für die evangelische Kirche. „Die Herausforderung, Altes und Neues zu verbinden, haben wir also häufiger“, sagt sie.

In diesem Fall wurde die Scheune saniert und mit einem Anbau versehen, der Elemente der Scheune wieder aufnimmt, ohne das alte Gebäude zu dominieren. So wie bei den großen Sonnenblenden, die wie Scheunentore wirken.

Den Besuchern gefiel die Komposition. „Wir wohnen selber in einem Fachwerkhaus und mich interessiert immer, wie man historische Bausubstanz wieder herrichtet und das Schöne dabei bewahrt“, sagte Martina Bauer vom Gut Holtau.

Melanie Kammerer ist als Bauingenieurin vom Fach und zum Tag der Architektur extra aus Alsfeld bei Hildesheim angereist, um sich das Gemeindehaus in Altencelle anzusehen. „Mir gefällt die Idee und man kann sich immer bei Kollegen Inspirationen holen“, sagt sie. Besonders gelungen fand sie die Idee, mit Fußboden und Wandheizung für die richtige Temperierung zu sorgen, ohne Platz für Heizkörper zu verschwenden. „Schauen Sie sich diese Konstruktion an“, sagt sie und blättert in dem Fotoalbum, in dem die Bauarbeiten dokumentiert sind“, so Kammerer. Sie zeigt auf die Bilder vom Einbau der Heizungen in die Wände.

Joachim Johst und Susann Seltmann aus Celle waren an diesem Tag auch gekommen. Die beiden haben auf ihren regelmäßigen Wochenendspaziergängen in Altencelle den Fortschritt an der Baustelle 2014 und 2015 immer mitbekommen. „Am Anfang haben wir uns gefragt, was sie da machen, aber ich finde es jetzt sehr gelungen“, sagt Johst.

Pastor Ricker freut sich nicht nur über das Gemeindehaus, sondern auch „dass man sich vorher bei den Innenräumen überlegt hat, wie sie gut den Bedürfnissen der Menschen entsprechen könnten. Jetzt sieht man, dass das funktioniert, und das ist schön.“

Ganz günstig war die Sanierung nicht. Die Kosten von 690.000 Euro hat die Gemeinde durch Verkäufe von Immobilien und Fördergeldern zusammengeholt. Dafür haben sie jetzt aber auch einen Bau, der vielseitig nutzbar ist und Tradition und Moderne verbindet.

Von Tore Harmening