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Celle Ortsteile Tanzen im simulierten Rauschzustand
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Tanzen im simulierten Rauschzustand
18:52 15.11.2010
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. Was ist Sucht? Wie fühlt man sich im alkoholisierten Zustand? Wird man mit Kaffee wirklich schneller nüchtern? Rund 150 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren hatten am vergangenen Sonnabend die Möglichkeit, Antworten auf diese Fragen zu bekommen. In Zusammenarbeit mit dem Bereich Suchtprävention des städtischen Fachdienstes Jugendarbeit unter der Leitung von Simone Braun veranstaltete die Tanzschule Krüger zum zweiten Mal eine Tanzparty unter dem Motto „Klarsicht“. Seit 2005 bieten Braun und Kollegin Bianka Lawin derartige Veranstaltungen an, um Jungen und Mädchen präventiv auf die Gefahren von Alkohol, Drogen und Sucht aufmerksam zu machen. Den jungen Gästen war das Thema zunächst nicht bekannt.

„Die große Bar ist heute geschlossen. Wenn ihr etwas trinken wollt, dann müsst ihr in den Nebenraum. Da wartet auch eine Überraschung auf euch“, teilte Tanzlehrer und DJ Florian Naleppa nach den ersten Liedern mit. Sofort strömten die ersten Neugierigen in den etwas kleineren Tanzsaal. Dort gab es viele Stationen mit Informationen und Mitmachspielen. Eine Rauschbrille simulierte einen alkoholisierten Zustand in verschiedenen Promille-Stufen. „Das sieht dann schon lustig aus, wenn die Jugendlichen versuchen, einen Ball zu fangen oder auf einem geraden Strich zu laufen“, so Tanzlehrerin Kirsten Reinecke. Nachdem einige Stationen durchlaufen worden waren, hatten die jungen Tänzer die Wahl zwischen mehreren alkoholfreien Cocktails.

Eine Stunde nach Beginn der Party startete um halb neun ein Tanzwettbewerb. Sechs Paare stellten sich der Herausforderung, sich mit der Rauschbrille nach Musik zu bewegen. Immer schneller wurden die Tänze, immer mehr Promille kamen auf die Brille. Das Publikum durfte als Jury des Abends das Siegerpaar auswählen. Die glücklichen Gewinner bekamen einen Kinogutschein und freien Eintritt zur nächsten Tanzparty. Für den zweiten Platz gab es ein Überraschungspaket der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

„Ich finde es wichtig, dass Jugendliche schon früh mit den Gefahren vertraut gemacht werden. In meinem Freundeskreis sind auch einige, die schon mal schlimme Probleme mit Alkohol hatten“, sagte eine Teilnehmerin. Der Zweck der Party sei ihr nicht bekannt gewesen. „Es ist doch viel spannender, zu einer Überraschungsparty zu kommen, als irgendwohin zu gehen, wo das Thema schon lange feststeht“, so die 17-Jährige.

Trotz einer leicht gesunkenen Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr kamen 450 Euro Eintrittsgelder zusammen, die das Ehepaar Reinecke, wie im Vorjahr auch, einer wohltätigen Organisation spenden wird. Dieses Jahr gehen die Einnahmen an die Offene Kinder- und Jugendarbeit Altencelle.

Von Sebastian Thoma