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Celle Ortsteile Tempo 30 auf Fuhrberger Straße vorerst ausgebremst
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Tempo 30 auf Fuhrberger Straße vorerst ausgebremst
16:07 05.09.2013
Von Michael Ende
Lautes Ärgernis für Anwohner: Lastkraftwagen donnern die Fuhrberger Landstraße entlang. Auch zukünftig sollen hier 50 Stundenkilometer erlaubt sein. Quelle: Gert Neumann
Wietzenbruch

Eine Vollbremsung in Sachen Tempo-30-Einführung auf der Fuhrberger Straße hat in der Sitzung des städtischen Verkehrsausschusses Ralf Busch (Unabhängige) eingeleitet. Zuvor hatte ihm und seinen Mitstreitern die Verwaltung den Fuß aufs Bremspedal gesetzt und dringend empfohlen, die Angelegenheit bis zur Fortschreibung des städtischen Lärmaktionsplans ruhen zu lassen.

Um Ruhe ging es auch Wietzenbruchs Ortsbürgermeisterin Gerda Kohnert (SPD), Judith Knabe (Grüne) und Busch - genauer gesagt um die Ruhe der Anwohner der Fuhrberger Landstraße und Fuhrberger Straße. Die Politiker hatten die Einführung von Tempo 30 in der Zeit von 22 bis 6 Uhr gefordert. "Seit Jahren nimmt auf der Landesstraße 310 das Verkehrsaufkommen kontinuierlich zu und hier insbesondere der Schwerverkehr. Regelmäßig beschweren sich die Anwohner über den zunehmenden Lärm“, hieß es im gemeinsamen Antrag der drei Ortsratsmitglieder. „Die Beschwerden reißen nicht ab“, so Kohnert.

Den ersten Dämpfer hatten die Antragsteller bereits aus dem Niedersächsischen Verkehrsministerium erhalten, das mitteilte, dass derlei Beschränkungen des Verkehrs nur statthaft seien, wenn dies "zwingend geboten" sei und insbesondere "erhebliche" Gefahrenlagen existierten. Kurz gesagt: Für die Einrichtung einer Tempo-30-Zone reicht es nicht, wenn die Anwohner einer Straße mit dem Verkehr nicht einverstanden sind und sich belästigt fühlen. "Auf Grund der Unfallzahlen und keiner anderweitig vorliegenden Verkehrsprobleme in dem Bereich kann hier keine Grundlage für eine Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung gesehen werden. Somit scheidet diese Möglichkeit aus", hieß es seitens der Stadtverwaltung. Auch die Feuerwehr befürchtete massive Probleme durch ein Geschwindigkeitseinschränkung.

Und so strich Busch im Fachausschuss fürs Erste die Segel: "Wir haben uns im Ortsrat darauf geeinigt, den Antrag zurückzuziehen." Gegebenenfalls wolle man ihn später erneut auf die politische Tagesordnung bringen. Dazu hatte die Verwaltung geraten. Sie hatte darauf hingewiesen, dass der Lärmaktionsplan der Stadt für den Bereich der Fuhrberger Landstraße eine Fahrbahndeckensanierung beinhalte, die 2010 in Form eines lärmarmen Splittmastixasphalts vorgenommen worden sei: "Anhand von Messungen und durch Rückäußerungen von Anliegern wurde die Wirksamkeit bestätigt." Ebenso sei mit ähnlichen Ergebnissen auch im Bereich der Fuhrberger Straße zwischen Garnseeweg und Wilhelm-Heinichen-Ring verfahren worden. "Für die lärmmindernden Eigenschaften der eingebauten Fahrbahnbeläge gibt es derzeit noch keine Langzeiterfahrungen, tendenziell nimmt die lärmmindernde Wirkung über mehrere Jahre betrachtet ab", so die Verwaltung. Falls sich erneut Handlungsbedarf abzeichne, wolle man dies in den Lärmaktionsplan einarbeiten.