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Celle Ortsteile Theater-AG am HBG zeigt "Die Welle"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Theater-AG am HBG zeigt "Die Welle"
22:00 16.03.2015
      Die gesamte Theater-AG: Die Klassen neun bis zwölf sind vertreten. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema ging der Erarbeitung des Stücks voraus, was dem Spaß an der gemeinsamen Arbeit nichts anhaben konnte. Die Kleidung der Schüler wandelt sich im Verlauf der Aufführung von normal zu uniformiert.   Die gesamte Theater-AG: Die Klassen neun bis zwölf sind vertreten. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema ging der Erarbeitung des Stücks voraus, was dem Spaß an der gemeinsamen Arbeit nichts anhaben konnte. Die Kleidung der Schüler wandelt sich im Verlauf der Aufführung von normal zu uniformiert. Quelle: Benjamin Westhoff
Heese

„Den Wandel der Personen fand ich am interessantesten“, sagt Lennard Fitschen aus der Theater-AG des Hermann-Billung-Gymnasiums (HBG). Damit hat der 16-Jährige den Kern des aktuellen Theaterprojekts schon umrissen. Wie würde sich jeder Einzelne verhalten, wenn eine diktatorische Bewegung über unsere Gesellschaft hereinbräche? Das Theaterstück „Die Welle“ geht dieser Frage am Beispiel einer Schule nach.

Lehrer Martin Schwarz möchte seinen Schülern anhand eines Experiments beibringen, wie es zum Nationalsozialismus in Deutschland kommen konnte. Die Idee zur Aufführung basiert auf dem Roman „The Wave“ von Morton Rhue. „Wir haben es aber zu unserem eigenen Stück gemacht“, stellt die Theatergruppe selbstbewusst klar. „Die Schüler haben eigene Szenen geschrieben, die Handlung nach Deutschland verlegt und ihren aktuellen Jugendslang eingebaut“, ergänzt AG-Leiterin Katharina Kretschmer, die auf größtmögliche Selbstständigkeit der Schüler setzt.

Ein Prinzip, das im Gespräch mit den Darstellern Wirkung zeigt. Sehr intensiv hat sich die Gruppe mit dem Thema auseinandergesetzt. Welches Potenzial in dem Stück steckt, offenbaren die Aussagen zweier Darsteller: Für Nele Richmann hat die Arbeit an der Aufführung bestätigt, was die 18-Jährige über die Nazizeit immer schon gedacht hat: „Heutzutage sagen viele, ich hätte da niemals mitgemacht, aber die Welle zeigt doch, wie sehr einen so eine Bewegung in den Sog ziehen kann.“ Jonathan Nilsson (17) spielt den Lehrer und gibt offen zu: „Es ist schon ein ordentliches Gefühl, wenn man eine klare Machtposition hat, zum Beispiel alle aufstehen, wenn man einen Raum betritt.“ Ein interessanter und sicher zum Nachdenken anregender Theaterabend ist garantiert.

Die Premiere findet am Freitag, 20. März, um 19.30 Uhr, in der Aula des HBG statt. Weitere Aufführungen: Sonntag, 22. März, 17 Uhr, Dienstag, 24. März, 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Anke Schlicht