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Celle Ortsteile Tote Enten in Celle: Peta setzt Belohnung aus
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Tote Enten in Celle: Peta setzt Belohnung aus
18:17 06.07.2018
Von Christian Link
Quelle: Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde
Celle

Die Peta-Zentrale in Stuttgart hat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgelobt, um die Suche voranzutreiben. Belohnt werden Hinweise, die zur Ermittlung und Überführung des "Tierquälers" führen.

Ein Augenzeuge aus Celle hatte nach dem Vorfall am Dienstagmittag die Polizei eingeschaltet. Seiner Meinung nach hat der Autofahrer absichtlich beschleunigt, um die Stockentenfamilie zu überrollen. Ein zweiter Zeuge bestätigte diese Beobachtung. Die Entenmutter und zwei ihrer Küken sind tot, vier Küken überlebten. Die Polizei Celle ermittelt wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Eine weitere Augenzeugin, die sich zuerst auf der CZ-Facebookseite gemeldet hatte, hat jetzt auch bei der Polizei ausgesagt. Die Frau glaubt nicht an Absicht. Ihrer Wahrnehmung nach hatte die Fahrerin des Unfallautos, bei der es sich wohl um eine ältere Dame in einem silbergrauen Opel Zafira oder einem ähnlichen Van handelt, die Tiere einfach nicht bemerkt: "Die Enten waren aufgrund der Lichtverhältnisse kaum zu sehen."

"Ideal wäre es, wenn sich der Mensch, der das Auto gefahren hat, einfach bei uns melden würde und sich erklären könnte", sagt Polizeisprecherin Birgit Insinger. Sollte es sich tatsächlich um Versehen gehandelt haben, droht natürlich keine Strafe. Die Polizeiinspektion Celle ist unter (05141) 277215 erreichbar – auch Zeugen des Vorfalls können sich hier melden.

Die vier Entenküken wurden noch am Dienstag zum Nabu-Artenschutzzentrum nach Leiferde (Landkreis Gifhorn) gebracht. "Die Tiere fressen und augenscheinlich geht es ihnen gut", sagt Tierpfleger Paul Heintzen auf CZ-Anfrage. Allerdings müssen sie sich noch vom Schock erholen: "Bei der Ankunft waren sie vor Schreck wie paralysiert."

In den nächsten zwei bis drei Wochen werden die Entenküken vom Nabu-Team im Artenschutzzentrum gepflegt. Hier gibt es unter anderem eine riesige Badewanne und eine Brutglocke für die Babyenten, die vermutlich erst 14 Tage alt sind. Anschließend kommen sie auf das Außengelände mit Teich, wo sie dann mit Artgenossen zusammen leben und vom Menschen entwöhnt werden. Einer fremden Entenmutter will Heintzen die Küken nicht unterschieben. In einer Gruppe und im Schutz des Nabu-Zentrums könnten die Jungtiere auch ohne Elterntiere aufwachsen.

"Wir haben gut 25 junge Enten, die sind alle auf Teich, bis sie sich entscheiden, von dort wegzufliegen", sagt Heintzen. Wer nicht freiwillig auszieht, wird von den Tierschützern auf einem Nebenarm der Oker ausgesetzt. "Wenn wir die Enten hier lassen, haben wir in zwei, drei Saisons über hundert Tiere auf dem Teich."

Das Nabu-Artenschutzzentrum gibt es seit 1980. Im vergangenen Jahr wurden hier 2414 Tiere aus 181 Arten versorgt. Vögel (1381) waren die häufigsten Gäste – vor Reptilien (539) und Säugetieren (419). Etwa jedes vierte Tier stammt aus dem Landkreis Gifhorn, zum Einzugsbereich gehören vor allem aber auch Celle, Hildesheim, Peine und Braunschweig. "Pro Tag bekommen wir 30 bis 50 Tiere", sagt Heintzen, "wir haben alles da, was derzeit an Jungtieren zu finden ist."

Auch für schwer verkäufliche Ladenhüter findet sich irgendwann ein Interessent. Darauf setzt die Stadt Celle, wenn es um das Wietzenbrucher Gewerbegebiet "Kolkwiesen" geht. Eine Alternative zur Vermarktung als Gewerbegebiet, nämlich die Umwidmung eines Teils des Gewerbegebiets in ein Wohnbaugebiet, hat der Stadtrat jetzt abgelehnt. Dafür liefen die Geschäfte in den Kolkwiesen einfach zu gut, hatte es es zuvor aus dem Rathaus geheißen: Als Bauland seien die Kolkwiesen viel zu schade.

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