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Celle Ortsteile Trauer um gefällte Bäume in Klein Hehlen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Trauer um gefällte Bäume in Klein Hehlen
16:44 04.01.2017
Von Michael Ende
Eine der nun einzeln stehenden Rest-Kiefern: Im normalen Forstbetrieb werden solche Bäume stehen gelassen, damit ihre Samen auf natürliche Weise für Wald-Nachwuchs sorgen. Auf dem Klein Hehlener Siedlungs-Rasen wird dies schwerlich der Fall sein. Quelle: Oliver Knoblich
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. Ursula Wegner ist traurig und wütend. Sie war 2007 an die Goerdelerstraße gezogen, auch weil es dort so schön grün war: „Die Bäume spenden Schatten und bieten dem Auge Erholung. Ich kann nicht verstehen, dass die alle verschwinden sollen.“ Im Dezember 2015 hatte die DGI einen Kahlschlag vor und wollte rund 200 Bäume fällen. „Pflege und Unterhalt der Bäume kosten die Mieter pro Jahr insgesamt etwa 20.000 Euro. Darüber hinaus sind viele Bäume zu nah an den Gebäuden und verursachen im Laufe der Zeit Feuchtigkeitsschäden“, so damals DGI-Geschäftsführer Christoph Trautsch.

Anwohner sammelten darauf hin 430 Unterschriften gegen die Fäll-Aktion, und Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) intervenierte. Er untersagte den Kahlschlag. Am Ende stand ein Kompromiss mit der DGI: 40 „besonders schöne oder wertvolle Bäume“ sollten erhalten werden, der Rest wird gefällt. „Der verbleibende Baumbestand wird dauerhaft unter Schutz gestellt“, so Mende.

Dieser Kompromiss ist nun in die Tat umgesetzt worden. „Die jetzt vorgenommenen Fällungen entsprechen der getroffenen Verabredung. Der verbleibende Baumbestand wird in die Vegetationsschutzsatzung der Stadt Celle aufgenommen. Die formale Beschlussfassung des Rates steht noch aus und wird von der Verwaltung vorbereitet“, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer. Netter Nebeneffekt für die DGI: Für die Pflege der vom Oberbürgermeister unter Schutz gestellten Bäume steht dann der Steuerzahler gerade.

Ein kleiner Trost ist Ursula Wegner geblieben. Immerhin, so meint sie, entstehe jetzt keine reine Rasen-Steppe ganz ohne Schatten: „Wenn vor einem Jahr nicht so viele Leute geholfen hätten, würde jetzt hier gar kein Baum mehr stehen.“