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Celle Ortsteile Trauerfeiern im EKZ: Stadt Celle greift durch
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Trauerfeiern im EKZ: Stadt Celle greift durch
15:26 27.01.2017
Von Gunther Meinrenken
Die Stadt macht ernst - ein Falschparker am EKZ wird aufgeschrieben. Quelle: Michael Schäfer
Celle

Der Celler Abschleppunternehmer, dessen Betrieb in der Vergangenheit schon mal von Gästen so zugeparkt wurde, dass Inhaber Maik Jordan nicht zum Abschleppen von Autos ausrücken konnte, hat da eine andere Wahrnehmung. Erst an diesem Mittwochnachmittag sendete Jordan einen Hilferuf an die Stadt. Gäste einer Trauerfeier hatten die Kreuzungen so zugeparkt, dass er mit seinem Lkw nicht mehr richtig um die Kurve kam. "Vielleicht sollte mal die Feuerwehr hier durchfahren. Bei einem Brand käme im Ernstfall hier keine Feuerwehrfahrzeug mehr durch."

Die Stadt schickte sofort Mitarbeiter, die die Parksünder aufschrieb. Auch Polizei war vor Ort. Über den vom EKZ eingesetzten Ordnerdienst – eine Auflage der Stadt für das EKZ – haben die Beamten dabei eine andere Meinung, als die Verantwortlichen auf kurdischer Seite. "Der Ordner war nicht auf der Straße, sondern auf dem Grundstück des EKZ, um dort das Parkgeschehen zu beobachten", berichtet Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Eine Kontaktaufnahme mit dem Mann sei allerdings gescheitert wegen "sprachlicher Barrieren". Auf gut Deutsch: Er konnte kein Deutsch.

Mit der Auffassung der EKZ-Verantwortlichen, dass sich durch den Ordnerdienst die Probleme quasi in Luft aufgelöst haben (Zitat Deniz: "Es musste seit dem Einsatz von Ordnern keine Polizei wegen Falschparkens gerufen werden.") stehen sie allein auf weiter Flur. Bei der Stadt will man nach dem Vorfall vom Mittwoch eine härtere Gangart anschlagen. "Eine Person als Ordner ist viel zu wenig, um die dortigen Straßen zu überwachen. Dazu kommt, dass diese Person hilflos wirkt, nicht weiß, was sie eigentlich machen soll", erklärt Stadtsprecher Wolfgang Fischer. Die Verabredung, nach der das EKZ die Trauerfeiern der Stadt ankündigen soll, klappe "null komma null".

Am Donnerstag habe man im Neuen Rathaus die Situation diskutiert. Ergebnis: "Mit einem Bündel von sofortigen Zwangsmaßnahmen wird die Stadt jetzt gegen diejenigen vorgehen, die die gemeinsame Geduld von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verwaltung erheblich auf die Probe gestellt haben", so Fischer. Im Gespräch sind Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeldbescheiden gegen das EKZ, elektronische Einlasskontrollen oder Drehkreuze bis hin zur Untersagung von Veranstaltungen. Hintergrund: Bei der Genehmigung des EKZ war lediglich von drei bis fünf Trauerfeiern pro Jahr die Rede. Jetzt finden pro Monat schon mehr statt. Außerdem ist das Haus nur für 200 Personen ausgelegt. "Dort muss jetzt geregelt werden, wie man gewährleisten will, dass nicht mehr Menschen im Gebäude sind", sagt Fischer.