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Celle Ortsteile Trickbetrüger in Celle: Die Masche mit dem Goldring
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Trickbetrüger in Celle: Die Masche mit dem Goldring
17:51 23.03.2017
Im Geschäft von Dieter Lankau sind vermehrt Kunden mit falschen Goldringen aufgetaucht. Die Celler sind in der Innernstadt Opfer von Trickbetrügern geworden und abgezockt worden. Bei den vermeintlichen Schnäppchen handelt es sich um aufpolierte billige Plagiate. Quelle: Alex Sorokin
Celle

Gut 15 Gramm bringt der Ring auf die Waage, auf der Innenseite prangt sogar ein 585-Stempel. Doch aus purem Gold ist das Schmuckstück nicht, sondern vermutlich nur poliertes Messing. Wertloser Plunder, den Trickbetrüger in der Celler Innenstadt ahnungslosen Passanten anbieten. „In kurzer Zeit kamen zwei Kunden mit solchen Ringen in den Laden“, sagt Lankau.

Der Goldschmied schlägt Alarm, denn die Masche, auf die die ahnungslosen Bürger reinfallen, sei immer die gleiche: Betrüger lassen auf der Straße einen falschen Goldring zu Boden fallen und sprechen dann ihre potenziellen Opfer an, ob sie gerade einen Ring verloren hätten. Wenn der Fußgänger dies bejaht, wird ein kleiner Finderlohn gefordert. „Der kann zwischen 2 und 20 Euro liegen“, weiß Lankau.

Der Goldring-Trick ist für den Goldschmied keine Neuheit mehr. Bereits in den vergangenen Jahren sind Passanten mit dem vermeintlich wertvollen Schmuck in seinen Laden an der Schuhstraße gekommen. „Die Leute sollen vorsichtiger sein“, fordert der Goldschmied. Jetzt sei es lange Zeit ruhig gewesen, doch gerade in den Sommermonaten nehme die Zahl der Vorfälle zu. „Viele denken, dass sie ein Schnäppchen gemacht haben.“ Doch wenn der Goldschmied ihnen die Wahrheit über den tatsächlichen Wert eröffnet, machen die Kunden „große Augen“. Dann kommt das böse Erwachen: Zehn Cent – mehr bringt das aufpolierte Stück nicht ein.

Zwar gingen bisher noch keine Anzeigen bei der Celler Polizei ein. Doch Sprecherin Juliane Kahr ist die Masche in einer abgewandelten Form bekannt. Betrüger inszenieren eine Panne und fragen Autofahrer, die helfen möchten, nach Geld für Benzin. Im Gegenzug wird meist Schmuck angeboten. Die Sprecherin rät dazu, die Polizei in jedem Fall zu informieren – und zwar sofort. „Dann können wir die Personalie gleich aufnehmen“, erläutert Kahr.

Die Gründe, sich nicht bei der Polizei zu melden, sind vielfältig. „Manche reden sich raus, dass das ein Erbstück gewesen sei“, sagt Lankau. Einige Kunden hegen tatsächlich die Hoffnung, ein edles Geschmeide in den Händen zu halten – und sind enttäuscht, wenn sie erfahren, dass es sich um billigen Ramsch handelt. Scham spielt da eine große Rolle, sich nicht bei der Polizei zu melden.

Generell sollten Bürger die Finger von den Angeboten lassen. Entweder handelt es sich um billige Plagiate, oder es handelt sich sogar um Diebesgut – im Fall eines Weiterverkaufs würden sie sich dann sogar der Hehlerei schuldig machen.