Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Trikot, Fußball, Gemeinschaft: Fußballturnier der sozialen Einrichtungen in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Trikot, Fußball, Gemeinschaft: Fußballturnier der sozialen Einrichtungen in Celle
19:05 15.08.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Bereits zum 22. Mal fand das Fußballturnier der sozialen Einrichtungen statt. Den Anfang machten das Team der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKiJ) und die Lebenshilfe. Titelverteidiger OKiJ konnte auch dieses Jahr den Sieg holen. Quelle: David Borghoff
Altencelle

Zwei Mannschaften nehmen einander gegenüber auf dem grünen Platz Aufstellung. Voller Erwartungen verlagern die Spieler ihr Gewicht erst auf das eine, dann auf das andere Bein. Die rot-weißen Trikots werden noch einmal gerichtet, die Schnürsenkel der bunten Stollenschuhe fest zugeschnürt und die Stutzen ein letztes Mal hoch gezogen. Dann ertönt ein durchdringender Pfiff. Das Spiel kann los gehen.

Bereits zum 22. Mal veranstalteten am Montag Celles sozialen Einrichtungen ein Fußballturnier für Mitarbeiter und Betreute auf dem Sportplatz Altencelle. Acht Mannschaften mit rund 80 Spielern traten in zwei Vierergruppen zeitgleich auf zwei Plätzen verteilt gegeneinander an. Nach der Vorrunde spielten je die gleich Platzierten beider Gruppen gegeneinander. Dem Sieger winkte nicht nur ein Wanderpokal, sondern auch die Ehre, dass Sportereignis im nächsten Jahr organisieren zu dürfen. "Der Platz muss gemietet, Essen und Getränke besorgt und die Mannschaften eingeladen werden", berichteet Sozialpädagoge Dennis Seidel, der im vergangenen Jahr mit seinem Team gewann.

Die Idee für das Fußballturnier kam dem Pädagogische Leiter der Stiftung Thomas Röttger im Jahr 1995 zum Anlass der 125. Jahrfeier im Stiftung Linerhaus. "Wir wollten nicht nur tagen und diskutieren, sondern auch die Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen zusammen bringen", schilderte der 58-Jährige. Zusammen mit dem Platzwart der Sportanlage Altencelle Axel Blötz fing er mit vier Mannschaften, darunter Lobetal, die Lebenshilfe und die Stiftung Linerhaus selbst, an.

Mittlerweile ist nicht nur die Jugendmannschaft des SV Altencelle hinzugekommen, sondern auch Einrichtungen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die offenen Kinder- und Jugendarbeit Altencelle (OKiJ) und der Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) Celle sind vertreten. "Es ist irre, was hier los ist. Auf dem Feld sind Mitarbeiter, Betreute, Menschen mit einem Handicap und Migranten", sagte Röttger. Obwohl die Mannschaften so bunt gemischt sind und Spieler ab einem Alter von 15 Jahren mitunter auf über 55-Jährige treffen herrschte eine ausgelassenen Stimmung. Zwar erhoffe sich jedes Team natürlich einen Sieg, doch ginge es eigentlich um mehr, weiß Seidel. "Der Spaß,das Zusammentreffen und Miteinander auf sportlicher Ebene ist Sinn und Zweck des Turniers", so der Sozialpädagoge.

Nach einer kurzen Begrüßung, in der die Regeln – es gibt kein Abseits und ein Rückpass zum Tor ist nicht erlaubt – verlesen wurden, traf das Team Lebenshilfe auf OKiJ. Obwohl die Lebenshilfe bereits von Anfang an dabei ist, gab es dieses Jahr eine Besonderheit. "Unser Team spielt heute zum ersten Mal beim Fußballturnier mit", erzählte der 49-jährige Dirk Meyer. Statt den pädagogischen Fachkräften hatten dieses Jahr erstmalig die Werkstatt-Mitarbeiter die Mannschaft gebildet. Darauf bereiteten sie sich monatelang vor. "Wir haben jeden Dienstag in der Halle trainiert", sagte Detlef Steitzer.

Am Ende durfte das Team OKiJ mit dem Pokal nach Hause fahren. Das sei sehr ärgerlich, aber die neuen Erfahrungen und die Förderung des Teamgeistes machen die Niederlage wieder wett, so Steitzer. Sein Freund Hans Walter Glomm ergänzte: "Die Hauptsache ist der Spaß an der Freude und dass wir davon etwas für uns mitnehmen." (als)