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Celle Ortsteile Trinkwasser: Stadtwerke Celle holen Abrechnung zurück
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Trinkwasser: Stadtwerke Celle holen Abrechnung zurück
16:44 10.11.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle

Was sich so leicht dahin sagt, ist für die Stadtwerke allerdings mit einer Mammutaufgabe verbunden. „Es gibt 22.000 Wasserkunden. Von diesen zahlen im Augenblick 16.000 per Lastschriftverfahren und 6000 überweisen die Abschläge. Leider möchte uns die SVO aus Datenschutzgründen nicht die Kontodaten geben. Wir bekommen nur die Grunddaten. Wenn wir also die Abrechnung selbst übernehmen, müssen wir alle 22.000 Kunden anschreiben und sie müssen uns ihre Bankdaten übermitteln“, so Edathy. Und genau das passiert in den nächsten Tagen. Die Anschreiben finden die Kunden ab dem 17. November in ihren Briefkästen.

Was müssen die Kunden beachten? Die Jahresrechnung für 2017 wird noch von der SVO erledigt. Das bedeutet: Eine mögliche Nachzahlung ist an die SVO zu entrichten. Ein eventuelles Guthaben zahlt die SVO aus. Für 2018 erhalten die Celler dann erstmalig die Trinkwasserabrechnung komplett von den Stadtwerken. Der Vertrag für das Trinkwasser muss nicht gekündigt werden. Die Vertragsdaten wie etwa Adresse und Kundennummer werden übernommen. Allerdings: „Die Kunden müssen die Zahlungen auf die Stadtwerke umstellen. Und das bis Jahresende. Die bisherige Höhe der Abschläge wird beibehalten“, betont Edathy.

Dafür müssen die Celler ihre Daueraufträge ändern. Am liebsten wäre es Edathy aber, wenn die Kunden den Stadtwerken ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen. Und das am besten online über das Internet. Dafür wird eine Plattform freigeschaltet. Denn damit lässt sich der enorme Verwaltungsaufwand, der auf die Mitarbeiter der Stadtwerke zukommt, reduzieren. Um dafür einen Anreiz zu setzen, haben die Stadtwerke für Online-SEPA-Kunden ein Gewinnspiel aufgelegt. Hauptpreis: ein Reisegutschein im Wert von 2000 Euro. Die Internetadresse des Online-Portals sowie persönliche Zugangsdaten erhalten die Kunden gemeinsam mit den Postanschreiben ab dem 17. November.

„Was die Kunden machen müssen, haben wir genau in den Schreiben erklärt. Es sind für jeden nur ein paar Minuten Aufwand, die uns die Arbeit aber erleichtern“, so Edathy, der noch auf einen anderen wichtigen Punkt hinweist. „Die Abschläge für Januar und Februar 2018 werden bei den Stadtwerken erst ab 1. März 2018 fällig.“ Die zwei Monate brauchen die Mitarbeiter der Stadtwerke, um die Bankdaten der 22.000 Kunden einzuarbeiten. „Auch deswegen würde uns ein Lastschriftmandat sehr helfen. Sonst sehen wir erst im März, wenn keine Zahlungen eingehen, wer noch nicht umgestellt hat.“

Warum der ganze Aufwand? Edathy hat klare Vorstellungen, wie er die Stadtwerke aufstellen möchte. „Schon als ich hier 2013 angefangen habe, war mir klar, dass die Stadtwerke eigenständiger auftreten müssen. Bisher haben wir die SVO dafür bezahlt, dass sie die Abrechnung für uns gemacht haben. Ein Wirtschaftsprüfer hat festgestellt, dass wir es günstiger machen können“, sagt Edathy, der von Einsparungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr im Bereich der Wasserversorgung spricht. Dabei geht es nicht nur um die Abrechnung, sondern auch um Wartung und Instandhaltung des Netzes. „Der technische Part wird gerade verhandelt“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer, der auch gerne die Abrechnung für das Abwasser von der SVO übernehmen möchte. „Die Stadt hat den Vertrag mit der SVO zum Ende 2018 gekündigt. Es gibt die Überlegung, ob wir das machen sollen.“

Und auch aus einem anderen Motiv macht Edathy keinen Hehl: Die Stadtwerke Celle wollen ihr Profil schärfen. „Viele Leute wissen gar nicht, ob sie ihren Strom und das Gas von den Stadtwerken oder von der SVO beziehen. Die Abrechnung für das Trinkwasser wieder selbst zu machen, ist auch ein Schritt, um uns deutlicher von unserem Mitbewerber abzugrenzen.“