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Celle Ortsteile Verkauf von Förderschule: Eltern in Garßen weiter verunsichert
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Verkauf von Förderschule: Eltern in Garßen weiter verunsichert
17:40 20.03.2015
Von Carsten Richter
Von der Schließung bedroht: Die Eltern an der Erich-Kästner-Schule sammeln Unterschriften. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Garßen

In seinem Schreiben an die Erziehungsberechtigten spricht Wiswe eine mögliche Nachnutzung des Gebäudes an. Darin betont der Landrat, dass "in den völlig unverbindlichen Gesprächen" mit der Comenius-Schule darauf hingewiesen worden sei, dass "eine Folgenutzung keinesfalls vor dem 1. August 2016 möglich" wäre.

Fakt ist, dass die von der Lebenshilfe betriebene Comenius-Schule mit dem jetzigen Gebäude in Altencelle räumlich an ihre Grenzen stößt. Das Gebäude der Erich-Kästner-Schule sei "extrem attraktiv", bestätigt Steffen Hollung, Leiter der Comenius-Schule. Dort einzuziehen sei aber bislang "nur eine strategische Überlegung". "Wir sind nicht unter Zugzwang und hängen nicht an dem Gebäude in Garßen." Im Übrigen könne er die Sorgen der Eltern, die Kinder könnten aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen werden, gut verstehen.

Derweil schreibt Landrat Wiswe weiter, dass durch die Inklusion sämtliche Förderschulen Lernen schon jetzt nicht mehr über die Jahrgänge 1 und 2 verfügten und zum Schuljahr 2016/2017 die ersten vier Jahrgänge komplett ausgelaufen sein würden. Eine "die Interessen der Schüler wahrende Lösung" würde gemeinsam mit der Landesschulbehörde, den betroffenen Schulen und Eltern erarbeitet, so Wiswe. Im Fall der Erich-Kästner-Schule könnte das die Zusammenlegung mit der Pestalozzischule in der Heese sein.

Genau dagegen aber wehren sich die Eltern in Garßen. Noch bis zum 16. Mai sammeln die Unterstützer im Internet Unterschriften gegen den Verkauf. Mehr als 3000 seien schon zusammengekommen, fast 2600 allein aus dem Kreis Celle, teilt Schulleiter Frank-Peter Viering mit. Fast 400 Menschen hätten allein bei einer Aktion in der Innenstadt am vergangenen Wochenende unterschrieben.

Auf die Antwort Wiswes hat der Elternbeirat aus Garßen derweil erneut reagiert – die Äußerung des Landrats zum Brandschutz sorgt nun zusätzlich für Unmut. 2004 wurde die Schule saniert, jedoch nur in einem Teilbereich. Es sei vereinbart worden, so Wiswe, dass auf eine vollständige Sanierung inklusive Brandschutz verzichtet werden könne, sich die Schule aus dem betroffenen Gebäudeteil aber nach und nach zurückziehen müsse. „Nun argumentiert der Landkreis mit den eigenen Versäumnissen", heißt es in dem Antwortbrief. Wiswe solle die Sorgen der Eltern endlich ernst nehmen.