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Celle Ortsteile Vermisster Junge aus Celle: Verdacht auf Kindesentziehung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Vermisster Junge aus Celle: Verdacht auf Kindesentziehung
21:58 11.01.2014
Von Christoph Zimmer
Nach dem mysteriösen Verschwinden des acht Jahre alten Kevin Grebe aus Celle wird jetzt wegen des Verdachts der Kindesentziehung gegen den Vater ermittelt.
Celle

Gegen zwei Frauen im Alter von 60 und 30 Jahren, bei denen sich der Junge nach Informationen der Celleschen Zeitung unter anderem aufgehalten haben soll, wird wegen Beihilfe zu dieser Tat ermittelt. Neben den strafrechtlichen Folgen könnten auf den Vater des Jungen auch die Kosten des Sucheinsatzes zukommen.

Die Polizei hat den seit Sonntag von seiner 42 Jahre alten Mutter vermissten acht Jahre alten Kevin Grebe aus Celle am Mittwochmorgen wohlbehalten bei Bekannten des getrennt lebenden Vaters aufgespürt. Zuvor hatten zahlreiche Beamte die Kleingartenkolonie Friedrichslust am Kiebitzsee durchkämmt, wo der Junge bei seinem Vater den Jahreswechsel verbracht hatte.

Ob ein Sorgerechtsstreit der getrennt lebenden Eltern Auslöser für das Verschwinden des Jungen war, ist noch unklar. Fest steht: Zwischen dem Vater und der Mutter gab es in der Vergangenheit immer wieder Streitigkeiten wegen des Sorgerechts. Deshalb setzte das Jugendamt einen Familienbetreuer ein. Die Mutter besitzt das alleinige Sorgerecht für Kevin. Der Vater hat aber ein Umgangsrecht für den Jungen.

Bei den Ermittlungen im privaten Umfeld wurden Zielfahnder der Polizei auf die Wohnung der Bekannten des Vaters in der Heese aufmerksam und suchten dort gezielt nach dem vermissten Jungen. Am Ende fanden sie ihn in der Wohnung in der Heese. In Absprache zwischen der Polizei und dem Jugendamt wurde der Junge seiner Mutter wieder übergeben. Diese hatte ihn am Montag bei der Polizei als vermisst gemeldet.

Am Sonntagnachmittag war der Junge zuletzt in der Laube des Vaters in der Kleingartenkolonie gesehen worden. Beide hatten dort den Jahreswechsel verbracht. Am Montag meldete ihn seine Mutter als vermisst. Die Rolle des Vaters bei dem Verschwinden des Kindes war von Anfang an unbekannt. Während der Weihnachtsfeiertage und über den Jahreswechsel hatte sich der Junge bei seinem Vater aufgehalten.

Am Mittwochmorgen hatte die Polizei Celle die Kleingartenkolonie Friedrichslust und die nähere Umgebung bei einer groß angelegten Suchaktion durchkämmt. Unterstützt wurde sie dabei von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei und einem sogenannten Menschensuchhund, der gezielt nach Gerüchen sucht. Wegen der extremen Dunkelheit war die Suchaktion am Dienstagabend auf dem Gelände am Kiebitzsee abgebrochen worden.

Außerdem waren verschiedene Ermittlungsteams gebildet worden, die Menschen aus dem privaten Umfeld des vermissten Jungen befragen sollten, um Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort zu erhalten.