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Celle Ortsteile Versperrter Blick aufs Schloss: Bäume stören Celler und Touristen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Versperrter Blick aufs Schloss: Bäume stören Celler und Touristen
19:54 30.08.2010
Verfechter für eine freie Sicht auf das Celler Schloss: - Michael Abbenhausen aus Celle. Quelle: Gert Neumann
Celle-Altstadt

„Unser touristisches Juwel, das Celler Schloss, ist für Einheimische und Touristen von Zöllnerstraße und Stechbahn aus kaum mehr wahrzunehmen“, beklagen Renate und Michael Abenhausen sinngemäß in einem Brief an die Redaktion der Celleschen Zeitung. Drei Bäume stünden am falschen Platz und versperrten die Sicht auf das Schloss, so das Ehepaar weiter. Vor dem Hintergrund der Lebenserwartung der Bäume fragen sich die Abenhausens, wie lange dieser Zustand noch anhalten möge. Und sie haben auch einen konkreten Vorschlag: die drei „Sicht-Störenfriede“ entfernen und an anderer Stelle dafür eine zehnfache Menge an Bäumen neu pflanzen. Renate und Michael Abenhausen sind sich sicher, dass sich für diese Aktion Baumpaten finden ließen, so dass Geld keine Rolle spielen würde.

Damit wird ein Thema neu entfacht, dass schon länger die Gemüter der Celler Bürger bewegt. Michael Abenhausen legt dabei Wert auf die Feststellung, auch er bedauere das Fällen eines gesunden Baumes, doch dürfe das Schloss als bekanntestes Gebäude der Stadt nicht dem Blick der Touristen entzogen werden. „Wir verschenken den Blick auf den attraktivsten Anziehungspunkt unserer Stadt, was gegen jeden gesunden Menschenverstand verstößt.“ So mancher Fremde drehe bereits am Rathaus ab, weil er nach der Stechbahn nichts Sehenswertes mehr vermutet. Schließlich sei auch das Museum aus der Zöllnerstraßen-Perspektive nicht unbedingt mehr auszumachen.

„Ich hänge mit ganzem Herzen an Celle“, so Michael Abenhausen im Gespräch mit der CZ. Deshalb hoffe er, dass sich Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende des Themas annimmt. Dessen Vorgänger Martin Biermann hatte sich im Jahr 2007 für eine „Sichtachse“ auf das Schloss und das Fällen von vier Bäumen ausgesprochen – „damit das Schloss in der Stadt steht“, wie sich Biermann ausdrückte. Die Entscheidung darüber hatte der Ex-OB der Politik überlassen, aus deren Reihen sich zuvor bereits allein die FDP für eine freie Sicht auf das Schloss ausgesprochen hatte.

In einer nicht repräsentativen Umfrage auf der Stechbahn legte die CZ Passanten die Gedanken von Michael Abenhausen vor und stieß durchweg auf Zustimmung (siehe unterer Kasten). Die Reaktionen gingen teilweise gar noch über die Vorschläge Abenhausens hinaus.

Attraktion aus Altstadt nicht sichtbar

Nicht repräsentative CZ-Umfrage zur Sichtachse Stechbahn–Schloss mit eindeutigem Ergebnis

Carmen Weber aus Celle: „Es wird so viel Geld für Dinge ausgegeben, die nicht wirklich sinnvoll sind. Der Vorschlag des Herrn Aben-hausen ist sinn-voll und kostet wenig. Holt das Schloss aus sei-nem Versteck heraus und pflanzt neue Bäume da, wo es Sinn macht.“

Elga und Lutz Rausch aus Langenhagen: „So ein freier Blick auf das wunderschöne Schloss, das hätte schon etwas Besonderes. Seit einer Wasa-Lauf-Teilnahme haben wir eine besondere Liebe zu Celle. Die Stadt Celle könnte sich mit geringem Aufwand noch attraktiver machen.“

Ronald Bronsart aus Celle: „Die Bäume zu entfernen, das ist eine ganz tolle und preiswerte Idee, Celles Ansehen bei Touristen zu steigern. Eine freie Sicht auf unser schönes Schloss – was kann man sich Schöneres wünschen. Ich jedenfalls finde die Ideen des Leserbriefschreibers großartig.“

Martina Klaus aus Celle: „Eine wirklich gute Idee, am Schloss die drei störenden Bäume zu fällen. Dann könnte man sich endlich wieder über den schönen Schlossbau freuen. Früher war ich öfter mit meinen Eltern am Schloss. Doch die Bäume davor, das war für mich nicht sehr einladend.“

Erwin Hohneberg aus dem Allgäu: „Ich bin als Tourist in Celle und glaube auch, dass sich das Schloss nicht verstecken darf. Wir haben es erst gar nicht gefunden, aber Gott sei Dank hat uns der Reiseführer weiter geholfen. Der freie Blick auf das Schloss wäre viel schöner, als es die heutige Situation ist.“

Von Gert Neumann