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Celle Ortsteile Viele Besucher beim Ritterspektakel in Winsen (mit Bildergalerie + Video)
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Viele Besucher beim Ritterspektakel in Winsen (mit Bildergalerie + Video)
14:29 06.08.2018
Von Simon Ziegler
Rittermeisterschaften in Winsen Quelle: Anne Friesenborg
Winsen (Aller)

Spektakuläre Wettkämpfe hoch zu Ross, Lagerleben mit alten Handwerkern und Marktleuten, mittelalterliche Musik und eine Menge gut gelaunter Besucher: Die Organisatoren des Winser Ritterturniers waren gestern richtig erleichtert: Nach dem Reinfall und dem finanziellen Fiasko im vergangenen Jahr kamen am Wochenende so viele Besucher zum Winser Schützenplatz, dass die Veranstalter von einem satten Plus in der Kasse ausgehen dürfen.Friedrich-Wilhelm Falke, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Allertal (WBA), schätzte gestern Nachmittag, dass rund 12.000 Besucher das Spektakel auf den Allerwiesen sehen wollten. "Ich bin mit der ganzen Veranstaltung hochgradig zufrieden", sagte Falke. Auch der neue Veranstaltungsort sei besser als der alte am Bootsanleger, weil die Besucher direkt neben dem Gelände parken können.Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann äußerte sich ähnlich. "Diejenigen haben recht behalten, die daran geglaubt haben, dass diese Veranstaltung profitabel sein kann", sagte Oelmann, der sich in Mittelalter-Schale geschmissen hatte. Er hatte im vergangenen Jahr versprochen, dass er sich verkleiden werde, sollte das Turnier wieder in der Gemeinde stattfinden, klärte der Verwaltungschef im historischen Herrenobergewand auf. "Das ist eine Investition in die Zukunft, weil ich davon ausgehe, dass die Meisterschaft weiterhin in Winsen ausgetragen wird", sagte Oelmann über seinen Surcot mit Blick auf die kommenden Jahre.Sabine Angelov, Chefin des Ritterbundes Hartmann von Aue, der die Spiele gemeinsam mit der WBA stemmt, sprach von einer "absolut erfolgreichen Veranstaltung" und einer "super Lagerstimmung". Sie war vor allem froh, dass nach der Hitze 2012 und dem Hochwasser 2013 die Ritter-Leute an diesem Wochenende endlich schönes Frühsommerwetter hatten.Das Mittelalter-Spektakel hatte am Samstagvormittag begonnen. Auf dem weitläufigen Festivalgelände zeigten zahlreiche Darsteller mittelalterliches Handwerk – unter ihnen Drechsler, Haarflechter, Seider und Lederer. Auch zum Mitmachen gab es etliche Angebote. So konnten sich Gäste im Axtwerfen und im Bogenschießen messen. Im Bereich des historischen Marktes durften Kinder und Erwachsene in Rüstungen schlüpfen – ein gern gesehenes Fotomotiv. Daneben sorgte die Musikgruppe Scherbelhaufen aus Halle für melodische, mittelalterliche Klänge.Am Samstagabend musste das Lager ein Gewitter überstehen. Händler, Ritter und Marktleute klappten ihre Zelte und Vordächer runter; nach einer Stunde war der Spuk aber vorbei. Künstler boten danach eine Feuershow, Besucher schlenderten bei Fackelschein über Lager und Markt. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Wettkämpfe in der Stechbahn. Dicht an dicht standen die Zuschauer, als am Nachmittag das Finale mit den Ritterschaften begann. Diese mussten sich in mehreren Disziplinen mit Lanzen und Speeren beweisen. Zur reinen Gaudi wurden schon am Vortag die Bagordia, eine Art Kissenschlacht mit Pferd, und eine Schwertkampfvorführung gezeigt.Den Charme der Ritterspiele unterstreicht die Tatsache, dass die Akteure sich viel Mühe geben, sich ihrer Epoche auch im Detail zu nähern. Getränke werden nicht in Plastikbechern, sondern in Krügen gereicht. Mülltüten sieht man ebenfalls nicht, der Abfall wird in großen Fässern entsorgt. Und die Zelte und ihre Holzkonstruktionen haben mit modernem Camping nichts zu tun. Es ist eben alles wie im Mittelalter – zumindest ein bisschen.

Rund 12.000 Gäste haben am Wochenende das Winser Ritterturnier besucht, um mit Reitern, Gauklern und Händlern in die Atmosphäre des Mittelalters einzutauchen und die Wettkämpfe in der Stechbahn zu verfolgen. Die Veranstalter rechnen mit einem finanziellen Plus.