Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Vorwerker heißen Flüchtlinge willkommen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Vorwerker heißen Flüchtlinge willkommen
12:49 12.10.2015
Von Gunther Meinrenken
Fußball verbindet, auch über alle Sprachbarrieren und kulturellen Grenzen hinweg. Das zeigte sich beim Willkommensfest für Flüchtlinge in Vorwerk. Die Geschwister Leon und Michelle hatten im Vorfeld der Veranstaltung mit Freunden selbst gepressten Apfelsaft verkauft. Den Erlös wollen sie für die Flüchtlingshilfe spenden. Quelle: Michael Schäfer
Vorwerk

Leon und Michelle waren mit ihrer Spardose, in der sie den Erlös gesammelt haben, am Samstag, 10. Oktober, zum Willkommensfest für Flüchtlinge nach Vorwerk gekommen. Auf Anregung von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende hatten hier der VSE und die Caritas zahlreiche Organisationen, Vereine und Institutionen des Ortsteils dazu motiviert, sich an der Veranstaltung zu beteiligen. "Das ist ein Fest von Flüchtlingen für Flüchtlinge", meinte Bürgermeister Udo Hörstmann vor dem Hintergrund, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche deutsche Flüchtlinge in Vorwerk angesiedelt hatten.

Etwa 280 Menschen, die zum großen Teil aus dem Irak und Syrien vor dem Krieg geflohen waren, leben derzeit in Vorwerk. Sie gehören zum Kontingent, das der Stadt Celle zugewiesen wurde. Die meisten wohnen in der ehemaligen Britensiedlung. Viele von ihnen waren zu dem Fest gekommen, versuchten sich an der Torwand des SC Vorwerk oder ließen ihre Kinder auf den Ponys des Hofes Tannhorst reiten. Die Verständigung mit ihnen klappte meist nur mit Händen und Füßen. Englisch sprechen die wenigsten.

"Viele der Flüchtlinge haben sich am Aufbau für das Fest beteiligt. Sie sagen ganz klar, dass sie nicht hier sind, um etwas abzugreifen, sondern sie wollen sich selbst einbringen", berichtete Malgorzata Wrotecki, die seit 15 Jahren im Caritas-Point in der Flüchtlingsarbeit tätig ist.

Matthias Krüger vom Stadtteilmanagement Nord bestätigte diese Erlebnisse. "Ich habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Die Flüchtlinge bringen sich ein, spielen Fußball beim SC Vorwerk oder singen in der Singgemeinde. Sie präsentieren sich als offene, nette Menschen und das, obwohl viele Angst haben, ob sie als Asylbewerber überhaupt anerkannt werden", sagte Krüger.