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Celle Ortsteile Vorwerker wollen Spielplatz behalten
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Vorwerker wollen Spielplatz behalten
07:46 09.02.2015
Ortsbesichtigung in Vorwerk: Die Beteiligten äußerten verschiedene - Meinungen und Ideen zum Erhalt des Spielplatzes. Quelle: Alex Sorokin
Vorwerk

Hochgewachsenes Gras, ein Basketballkorb ohne Netz, kaputte Zäune. Im Talweg in Vorwerk erinnert nicht mehr viel an den Spielplatz, der in den 80er Jahren für die Angehörigen des britischen Militärs gebaut wurde. Nach Abzug der Soldaten fiel er der Stadt Celle zu. Im Rahmen einer Ortsbegehung am Freitag wurde über Möglichkeiten diskutiert, wie der Platz erhalten werden kann. Hintergrund ist der geplante Abbau mehrerer Spielplätze durch die Stadt Celle.

Viele Anlagen werden immer weniger genutzt. Wenn man sich den Spielplatz genauer anschaut, sieht man auch, warum: Außer dem Basketballkorb gibt es nichts, womit Kinder spielen könnten. „Momentan ist es eher gefährlich hier zu spielen“, so Matthias Krüger vom Stadtteilmanagement. Dennoch sei es notwendig, ihn wegen seiner Lage im Wohngebiet zu erhalten. Neben einem weiteren Spielplatz mit privater Nutzung ist der Spielplatz Talweg der einzige öffentliche Platz in der unmittelbaren Nähe. Der Spielplatz in der Tavistockstraße ist nur über die vielbefahrene Mummenhofstraße zu erreichen und deshalb für Kinder zu gefährlich. Was bei Vorwerks Ortsbürgermeisterin Iris Fiss zudem auf Unverständnis stößt: Auf den Grünflächen zwischen den Häusern ist Spielen verboten.

Es sei wichtig, nicht nur da, wo es sicher ist und nicht zu Vandalismus kommt, Spielplätze zu bauen, meint Georg Schäfer, Fachdienstleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. „Man muss sich am Bedarf orientieren.“ Durch die über 270 Wohneinheiten mit zirka 100 Kindern rund um den Spielplatz sei der Bedarf gegeben. Ohne einen Spielplatz müssten die Kinder weiter auf der Straße spielen. Darüber hinaus seien Spielplätze auch immer Plätze der Kommunikation. Ein Ort der Begegnung für Kinder und Jugendliche sei gerade in diesem Bereich Vorwerks notwendig.

Martin Engelhardt vom Grünflächenamt sieht die Lage des Platzes jedoch nicht als geeignet an: „Er ist weit ab vom Schuss.“ Dies fördere den Vandalismus. Des Weiteren zeige die Erfahrung, dass viel kaputt gemacht werde. In der Vergangenheit wurden beispielsweise Zaunstücke gestohlen und Holz verbrannt. Um dies zu verhindern, seien Kontrollen notwendig, die man sich aber nicht leisten könne. Auch der private Spielplatz war früher öffentlich. Durch die starke Verschmutzung und den Vandalismus war die Eigentümerin gezwungen, die Nutzung einzuschränken.

Um Zerstörungen zu verhindern, wurden bei dem Ortstermin bereits erste Ideen geäußert. Polizeioberkommissar Karsten Wiechmann, Kontaktbeamter für Vorwerk, schlug vor, die Jugendlichen im Rahmen eines Sommerprojektes in die Planung und Gestaltung einzubinden. Am Ende der Besichtigung einigte sich die Runde auf das Ziel, einen Spielplatz zu schaffen, der genutzt und nicht verdreckt wird. So könnte ein Fußballplatz entstehen, der auch viele weitere Möglichkeiten der Nutzung bietet. Zunächst sei es wichtig, eine gemeinsame Lösung zu finden, wie der Platz erhalten bleiben kann.

Im März will der Ortsrat die Zukunft des Spielplatzes in seine Tagesordnung aufnehmen. Danach wird die Stadt entscheiden, welche Spielplätze in Celle entfernt werden.

Von Vanessa Fillis