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Celle Ortsteile Weitere Immobilien in Westercelle angemietet? Hells Angels feiern schon
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Weitere Immobilien in Westercelle angemietet? Hells Angels feiern schon
06:35 22.01.2014
Von Michael Ende
ARCHIV - Ein Totenkopf mit Flügeln ist das Symbol der Motorradgang Hells Angels (Archivfoto vom 22.10.2009). (zu dpa: "Ex-Rocker-Boss nach Mordanschlag auf Nachfolger vor Gericht") Foto: Ronald Wittek/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Ronald Wittek
Celle

Mittlerweile liegen Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende 1724 Unterschriften vor, mit denen besorgte Westerceller Bürger dagegen protestieren, dass sich die als kriminelle Vereinigung eingestuften „Hells Angels“ im ehemaligen Einkaufszentrum an der Dasselsbrucher Straße einnisten. Es ist nicht viel mehr als eine Geste, aber diese Geste bestärke ihn in seinem Bestreben, die Pläne der Rocker zunichte zu machen, sagt Mende: „Ich finde es gut, dass sich die Bevölkerung vor Ort engagiert, dass Bürger verhindern wollen, dass eine Brutstätte von Verbrechen und Gewalt entsteht und dass die Menschen vor Ort aufmerksam verfolgen, was vor sich geht.“

Kürzlich hatte Mende Besuch von Vertretern der „Interessengemeinschaft contra Hells Angels Westercelle/Neues Land“. Die Bürger erzählten ihm, sie hätten gehört, dass sich Mitglieder oder Sympathisanten der Rocker in der Nähe des Einkaufszentrums eingemietet hätten. Näheres sei nicht bekannt. Man sei dabei, in der Angelegenheit zu „recherchieren“, so ein Sprecher der Interessengemeinschaft auf CZ-Nachfrage.

Geredet wird viel. „Derlei Gerüchte und Mutmaßungen kann ich nicht einfach so als Tatsache annehmen“, sagt Mende: „Wir werden versuchen, das zu überprüfen.“ Einfach sei das nicht: „Wir können doch niemanden losschicken, der bei Leuten klingelt und fragt: Guten Tag, sind sie bei den Hells Angels?“ Da müsse man auch im Rahmen der der „Sicherheitspartnerschaft“ mit Polizei und Landkreis subtiler vorgehen.

„Wir brauchen gerichtsfeste Beweise, die man gegen die Hells Angels ausspielen kann“, so Mende, der den besorgten Anwohnern „ein Stück weit Wasser in den Wein gießen“ muss: „Ich erwarte kaum, dass wir schnell zu Ergebnissen kommen werden.“ Man gehe allen Hinweisen nach, so der OB: „Auch jenen, denen zufolge im Umfeld des Objekts Video-Überwachungskameras installiert worden sein sollen. Das wäre ohne Weiteres nicht einfach so erlaubt gewesen. Überprüfungen vor Ort haben aber ergeben, dass keine sichtbaren Kameras angebracht worden sind.“

Der Landkreis Celle hat unterdessen Hinweise überprüft, denen zufolge im „Hells Angels“-Club osteuropäische Schwarzarbeiter am Werk gewesen seien. „Dem Verdacht auf Schwarzarbeit sind der Landkreis Celle aufgrund der Bestimmungen der Handwerksordnung und auch die beim Zoll angesiedelte Finanzkontrolle-Schwarzarbeit nachgegangen“, so Landkreis-Pressesprecher Holger Harms: „Nach dem Ergebnis mehrerer Kontrollen hat sich der Verdacht auf Schwarzarbeit nicht bestätigen lassen.“

Der Celler Polizei lägen aktuell keine neuen Erkenntnisse über Aktivitäten der Hells Angels in der Herzogstadt vor, so Polizeisprecher Guido Koch. Mende berichtet davon, dass im zukünftigen Rocker-Club zumindest schon einmal die Korken geknallt sind: „Es gibt Aktivitäten. Dort wurde zum Beispiel Silvester gefeiert. Das kann als Baustellenparty oder Einweihung deklariert worden sein. So genau wissen wir das nicht. Eine einmalige Feier in einem privaten Gebäude kann ich nicht verbieten.“ Eine Dauernutzung als Rocker-Club wolle man allerdings unterbinden, so der OB.