Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Weniger Fluglärm über Wietzenbruch
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Weniger Fluglärm über Wietzenbruch
17:58 25.08.2010
Die verbliebenen sieben Bell UH1D Quelle: Torsten Volkmer
Wietzenbruch

Das Wietzenbrucher Heeresfliegerausbildungszentrum C hat gestern von einem langjährigen „Arbeitspferd“ Abschied genommen: Die sieben noch am Standort verbliebenen Hubschrauber vom Typ Bell UH1D sind zum Fliegerhorst Faßberg verlagert worden. „Mit dem Abzug ist nur ein geringer Verlust an Personal verbunden“, sagt Reinhard Wolski, General der Heeresfliegertruppe. Die für die UH1D zuständigen Techniker seien ohnehin schon in Faßberg stationiert.

Die Verlegung der Hubschrauber sieht Walter Jochim, Ortsbürgermeister von Wietzenbruch, ganz gelassen. „Das ist nicht der Anfang vom Ende des Heeresfliegerausbildungszentrums C. Die Verlegung hat nichts mit einer bevorstehenden Schließung zu tun“, versichert Jochim. Er geht davon aus, dass der Standort seine Bedeutung behalten wird: „Man darf dessen Wirtschaftskraft nicht unterschätzen. Allein für den täglichen Unterhaltungsbedarf werden Aufträge in Millionenhöhe an lokale und regionale Unternehmen vergeben. Es handelt sich hier um einen der größten Arbeitgeber. Hunderte zivile Arbeitsplätze könnten bei einer Schließung verloren gehen.“ Jochim ist sich sicher, dass das Dauerthema Fluglärm durch die Verlegung der Hubschrauber im Ortsrat an Bedeutung verlieren wird: „Manche Bürger haben den Lärm immer als sehr laut und störend empfunden. Durch den Abzug der lauten Bell UH1D tritt automatisch eine Verringerung des Fluglärms ein.“ Für die Betroffenen sei dies eine „Erleichterung“. Jochim weist daraufhin, dass viele Alteingessene sich nicht an dem Lärm gestört hätten, sondern, dass dies Hinzugezogene betroffen hätte, die unerwartet dem Lärm ausgesetzt gewesen seien. „Es handelt sich um einen wahrnehmungspsychologischen Effekt. Etwas Lautes, was von oben kommt, irriert die Menschen. Eine Mofa, die am Vorgarten vorbeifährt, ist lauter. Aber das Hubschraubergeräusch ist subjektiv störend, egal wie laut es technisch messbar ist“, so Jochim. Bei den Diskussionen um den Lärm sei es ohnehin um die Nachtflüge gegangen. Der Lärm tagsüber sei von allen Bürgern toleriert worden. In letzter Zeit habe sich das Beschwerdeaufkommen reduziert. „Bei einer Flugreduzierung wäre der Auftrag der Bundeswehr torpediert und damit der Standort Wietzenbruch gefährdet“, stellt Jochim klar.

Flugübung in Westercelle: Die Luftwaffe hat gestern laut Angaben von Oberstleutnant Andreas Thun, Leiter des Wietzenbrucher Heeresfliegerausbildungszentrums C, über dem Ortsteil Westercelle Übungsflüge durchgeführt. Es seien Probeangriffe geflogen worden. Für die Bevölkerung habe es keinen Grund zur Beunruhigung gegeben.

Von Paul Gerlach