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Celle Ortsteile Westerceller Vokuhila-Party mit Zauberwürfel statt Smartphone
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Westerceller Vokuhila-Party mit Zauberwürfel statt Smartphone
15:00 09.07.2017
Westercelle

„Das ist eine Vokuhila-Perücke“, hilft ein erst im Jahr 1984 geborener "Mr. T" in Pink-Tiger-Hose, schwarzem A-Team-Shirt und überdimensionierter Goldkette dem Gedächtnis auf die Sprünge. „Damals trug man vorne kurz, hinten lang – vokuhila“, erläutert Sebastian Stojek, der die Musik, die seine Eltern hörten, verinnerlicht hat. Lange bevor die Sonne untergeht, ist er auf der Tanzfläche auszumachen. „Spiel doch bitte Cindy Lauper“, wendet er sich an den Mann hinter dem Plattenpult, Florian Kronenberg. „So früh habe ich das Parkett nie voll“, unterstreicht dieser den Eindruck, dass die Freibad-Fete ein echtes Celler Party-Highlight ist. Er erfüllt einzelne Musikwünsche, aber den Spannungsbogen hält er im Auge: „Die ganz großen Hits spiele ich nicht vor 23 Uhr.“

Wer neugierig auf die 80er geworden ist, kann tiefer einsteigen: Das Organisations-Team rund um Moderator Andreas Röper hat nicht nur mit Utensilien wie von der Decke hängenden Cassetten, LP-Hüllen und Starschnitten aus der Bravo sehr originell und mit Liebe zum Detail dekoriert, sondern auch mittels Auslage von Zeitschriften und Hörproben Inhalte geliefert: Eine Sonderbeilage der CZ widmete sich 1986 dem 275-jährigen Jubiläum des Oberlandesgerichtes, die Tagesschau verkündete im Jahr zuvor Boris Beckers Wimbledon-Sieg.

Fürs beste Kostüm prämiert werden Billy Idol und Madonna – Dirk Buhr und Liane Schwarz aus Altencelle haben den vergangenen Lifestyle auf den Punkt gebracht. Ob verkleidet, seinerzeit live dabei gewesen oder nicht – das Jahrzehnt in Aerobic-Neon-Farben, des Punk, der Neuen Deutschen Welle und der Schulterpolster erfreut sich größter Beliebtheit. „Alles war nicht so hektisch und schnelllebig, persönlicher, natürlicher“, lauten vergleichende Kommentare zu heute. Der im Vokuhila-Stil frisierte Mann in Ballonseide am Musikpult, Florian Kronenberg, wirft zwischen zwei Titeln von Modern Talking und Depeche Mode kurz ein: „Wir hatten Zauberwürfel statt Smartphones.“

Von Anke Schlicht