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Celle Ortsteile Widerstand gegen neues Kongress-Hotel für Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Widerstand gegen neues Kongress-Hotel für Celle
21:17 11.07.2014
Von Michael Ende
An der Stelle des leer stehenden St.-Josef-Stifts ein Hotel entstehen. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

Nicht vorstellen konnte sich Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), dass sich in der Celler Hotelerie-Landschaft Widerstand gegen die Pläne für ein Kongress-Hotel am Bullenberg regen würde. Doch genau das ist eingetreten: Vor dem städtischen Bauausschuss protestierten am Donnerstag örtliche Hotelbetreiber gegen die Konkurrenz, die ihnen aus dem erwachsen soll, was Mende lediglich eine "Ergänzung des Angebots" an Hotelbetten genannt hat.

Doch zunächst sprach sich die Politik einmütig dafür aus, das private Investoren, von denen sich schon einige interessiert zeigen sollen, an der Stelle des überflüssig gewordenen Celler St.-Josef-Stifts ein Mittelklasse-Hotel bauen. Einstimmig forderte der Ausschuss, dass die Arbeiten für einen auf das neue Hotel zugeschnittenen Bebauungsplan angeschoben werden sollen. So soll auch die Position der benachbarten Congress Union als Veranstaltungszentrum gestärkt werden. "Das ist eine sehr gute Idee, die wir natürlich begrüßen", sagte Jürgen Rentsch (SPD) und verwies darauf, dass die Stadt sich ursprünglich auch für eine - inzwischen ad acta gelegte - Hotelnutzung auf dem Gelände der alten Feuerwehr-Hauptwache ausgesprochen hatte.

Joachim Falkenhagen (FDP) stellte die Frage, ob es wirklich nötig sei, ein neues Hotel zu bauen. Die Celle Tourismus und Marketing (CTM) dränge zwar darauf, "aber die Celler Hoteliers sehen das mit einem weinenden Auge." Dem hielt Stadtbaurat Ulrich Kinder entgegen, dass sich durch den Leerstand des St.-Josef-Stifts eine "einmalige Chance" biete, die es zu nutzen gelte." Das sehe vielleicht die Congress Union so, so Walter Jochim (CDU): "Aber die Hoteliers fürchten sich sehr vor der Konkurrenz." Judith Knabe (Grüne) meinte, es sei "unstrittig", dass Celle mehr Hotelbetten benötige. Kinder: "Wir müssen Celle insgesamt attraktiver gestalten. Vielleicht kommen ja auch Kongress-Besucher, die im neuen Hotel übernachtet haben, später noch einmal wieder und steigen dann in anderen Hotels ab."

Auf diese vage Hoffnung wollte sich Hajo Jess vom Tryp Hotel Celle nicht einlassen: "Ich habe den Eindruck, dass keiner weiß, dass die Congress Union kaum Betten braucht, weil es in ihr nur sehr wenige Kongresse gibt. Die 18 Celler Hotels haben jetzt bereits eine Auslastung von nur 51 Prozent - wie will man angesichts dieser Zahlen den Bau eines zusätzlichen Hotels rechtfertigen?"

Axel Wallbaum, der mit den Hotels Caroline Mathilde und Celler Hof am Markt präsent ist, wies darauf hin, dass die "touristische Schiene stark rückläufig" sei und dass das "echte Kongress-Geschäft" gar nicht nach Celle komme - nicht nur, weil die Congress Union zu klein sei, sondern auch, weil die Straßen- und Bahnverkehrsanbindung der Stadt so bescheiden sei. Wallbaum nahm kein Blatt vor den Mund: "Ehrlich gesagt fühlen wir Hotelbetreiber uns verarscht, wenn die Stadt einem privaten Investor ein mit Steuergeldern erbautes Gebäude als Kooperationspartner anbietet."