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Celle Ortsteile Wieder „Feuerteufel“ in Wietzenbruch unterwegs?
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Wieder „Feuerteufel“ in Wietzenbruch unterwegs?
12:06 17.08.2010
Mit zwei großen Abfallcontainern und einer Papiertonne wurde auch ein 25 qm grofler Unterstand auf dem JuWi-Gelände abgefackelt. Erst bei Tageslicht wurden die Schäden richtig deutlich. Flammen waren bis in die Krone der etwa 20 Meter hohen Eiche gelodert. Quelle: nicht zugewiesen
Wietzenbruch

In der Nacht zu gestern schrillten um 22.42 Uhr bei der Feuerwehr die Alarmglocken. Auf dem Gelände des Jugendzentrums Wietzenbruch in der Ostpreußenstraße soll es brennen, hieß es. „Unser Brandmeister vom Dienst, ein Löschfahrzeug, zwei Löschgruppenfahrzeuge und eine Drehleiter machten sich eiligst auf dem Weg. Schon bald hatten unsere routinierten Löschkräfte alles im Griff. Um 23.30 hieß es „Feuer aus“, berichtete Feuerwehr-Pressesprecher Florian Persuhn. Gleichwohl sollen die Feuerwehrmänner für Nachlöscharbeiten noch bis 23.30 Uhr vor Ort geblieben sein.

Nicht nur die Feuerwehr, auch der Leiter des Jugendzentrum Wietzenbruch (JuWi), Wolf Schwarze, war vor Ort. Stumm stand er vor dem verkohlten 25 Quadratmeter großen Überbleibsel eines mit viel Liebe und ebensoviel Geld erstellten und nun verbrannten Holzpavillons. „Gut 4000 Euro wird es kosten, einen neuen Pavillon zu erstellen. Geld, das uns schon jetzt in der Jugendarbeit fehlt“, so Schwarze, der von einer Anwohnerin benachrichtigt worden war. Anne Wycisk hatte das bis in die Spitzen der nahen 20 Meter hohen Eichen lodernde Feuer vom Fenster aus gesehen und Schwarze informiert.

Zwölf Stunden später wurde der Leiter des Jugendzentrums an gleicher Stelle angetroffen. Ihm war die Erschütterung noch immer deutlich anzumerken: „Nicht auszudenken, wenn die Trockenheit der vergangenen Wochen noch geherrscht hätte, dann wäre der Funkenflug bis zu den angrenzenden Wohnhäusern, auch bis zur Schule Wietzenbruch und in unser Jugendtzentrum geflogen“.

Schwarze war nicht allein. Das Bauamt der Stadt Celle hatte prompt auf den Brandanschlag reagiert und neben dem Bauamtsmitarbeiter Berthold Winkel auch den ortsansässigen Elektromeister Peter Hennigs zum Brandherd gebeten, hatte es doch bereits in den Ferien ein weiteres Feuer auf dem JuWi-Gelände gegeben. Angesteckt worden waren ein Papierkorb und eine Plastikplane. Weitere Schäden hatte es nicht gegeben. „Ich werte das dennoch als einen ersten Versuch, ein größeres Feuer zu proben“, so Thomas Harbord, der sich ehrenamtlich als Hausmeister engagiert. Nun soll es Unbefugten erschwert werden, unbekannt auf dem JuWi-Grundstück ihr Unwesen zu treiben.

Es scheint tatsächlich, als habe sich die Feuerwehr auf weitere Feuer in Wietzenbruch einzustellen, falls der oder die Brandstifter nicht baldmöglich geschnappt werden. Denn in der Nacht zum vergangenen Freitag, knapp 48 Stunden vor der Brandstiftung in der Ostpreußenstraße, hatte es nur unweit des Jugendzentrums im Immenweg gebrannt. Dabei musste ein großer Papiercontainer dran glauben. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte ein größerer Schaden, vor allem das Übergreifen auf angrenzende Wohnhäuser verhindert werden.

Nun sollte nicht vorschnell der Schluss gezogen werden, der Täter des Jahres 2008 sei auch diesmal der Feuerteufel. Ihn oder sie zu ermitteln ist Aufgabe der Polizei. Auffallend allerdings ist, dass sich – wie schon 2008 – die Qualität der Brände von Mal zu Mal gesteigert hat. Was am 30. Mai 2008 im Dachstuhlbrand eines Mehrfamilienhauses im Immenweg 14 und 16 seinen traurigen Höhepunkt fand und sieben Familien auf Zeit das Zuhause nahm, könnte natürlich auch diesmal schlimm enden. Papierkorb, Papiercontainer, Holzpavillon heißt bislang die qualitative Reihenfolge der Straftaten. Wie weit wollen der oder die Täter diesmal gehen?

Von Gert Neumann