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Celle Ortsteile Winser Krippen-Problem gelöst
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Winser Krippen-Problem gelöst
16:55 27.04.2013
Von Simon Ziegler
Kita Südwinsen Quelle: Anne Friesenborg
Winsen (Aller)

Es war eine schwere Geburt: Ein Jahr lang hat die Winser Kommunalpolitik diskutiert. Am Freitag in der gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Bauausschuss stand eine Einigung bis zuletzt auf des Messers Schneide. Erst eine von der CDU beantragte Sitzungsunterbrechung brachte den Durchbruch. Mit deutlicher Mehrheit entschieden die Gremien mit den Stimmen von SPD und CDU schließlich, dass der Ortsteil Südwinsen gestärkt werden soll. Der frühere Kindergarten am Galgenberg ist damit als Standort ausgeschieden. UWG und Grüne votierten gegen die Südwinsen-Lösung. Endgültig beendet ist das Hickhack um die Krippenplätze aber noch nicht. Der Gemeinderat muss am 7. Mai noch zustimmen.

Geplant ist, insgesamt gut 800.000 Euro am Kita-Standort der evangelischen Kirche in Südwinsen zu investieren. Das Gebäude wird energetisch saniert und die Scheune ausgebaut. Die bestehenden Kita-Räume und das Jugendzentrum müssen umgebaut werden, um 35 neue Plätze zu schaffen. Die Gemeinde steuert etwa 450.000 Euro bei, der Rest wird über Fördermittel von Land und Landkreis finanziert. Für die Sanierung am Galgenberg hätte die Gemeinde etwa 405.000 Euro aufbringen müssen. Allerdings wären dort nach Darstellung der Verwaltung die Folgekosten höher, weil zwei Gebäude unterhalten werden müssten.

Nach dem Votum von Freitag ist klar, dass die Jugend ein neues Domizil braucht. Denkbar ist, das Jugendzentrum vorübergehend in Containern an der Hauptschule unterzubringen. Die Verwaltung wurde von der Politik beauftragt, eine langfristige Lösung für die Jugend zu finden. Außerdem soll sie den Verkauf des Galgenberg-Gebäudes vorantreiben.

Da die neue Krippe vermutlich erst zum Kindergartenjahr 2014/15 fertig ist, wird jetzt im Rathaus über eine Übergangslösung nachgedacht. Das heißt: Es könnten Container für Krippen aufgestellt werden. In Winsen fehlen ab August rund 30 Krippenplätze.

Vor der Abstimmung appellierte Bürgermeister Dirk Oelmann (SPD) an seine Ratskollegen, eine Lösung zu finden: "Ab August gibt es einen Rechtsanspruch. Zwar wird der Landkreis Celle beklagt, der holt sich das Geld aber von den Kommunen zurück. Es ist 5 vor 12." Er sprach sich klar für Südwinsen aus, weil die Kosten langfristig geringer seien und der Ortsteil bislang keine Krippe habe. Die CDU kritisierte die Verwaltung wegen fehlerhafter Vorlagen. Schließlich votierten die Christdemokraten dennoch für Südwinsen. "Wir stimmen vor dem Hintergrund, dass noch viele Plätze erforderlich sind, zu", sagte Wiltrud Schumann. Wilhelm Redeker erneuerte seine Kritik, dass die Diskussion um den Standort in Südwinsen von einem früheren Ratsbeschluss nicht gedeckt sei.

Simon Ziegler