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Celle Ortsteile Wohnanlage in Vorwerk soll „Schmuckstück“ werden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Wohnanlage in Vorwerk soll „Schmuckstück“ werden
15:58 11.02.2010
Von Oliver Gatz
Die Wohnanlage wird optisch aufgewertet: Erneuert werden Fassaden und Balkone sowie Eingangsbereiche und Treppenhäuser. Quelle: Peter Müller
Vorwerk

„Das wird ein Schmuckstück werden“, verspricht Stavros Efremidis, Vorstand der KWG Kommunale Wohnen AG. Das Hamburger Immobilienunternehmen nimmt rund 4,2 Millionen Euro in die Hand, um die Vorwerker Wohnanlage in der Tavistockstraße, Meudonstraße und am Vorwerker Platz auf Vordermann zu bringen. Die Modernisierungsarbeiten beginnen in diesem Monat und werden voraussichtlich bis Mai kommenden Jahres dauern.

36 Mehrfamilienhäuser mit 172 Wohneinheiten werden umfassend energetisch saniert. Laut KWG werden dadurch Energieeinsparungen von mehr als 50 Prozent erreicht. Zudem wird die Wohnanlage optisch aufgewertet, um den Wohnkomfort für die Mieter zu erhöhen. „Die Fassaden erhalten einen neuen Anstrich in zarten Pastellfarben“, erläutert Efremidis. Eingangsbereiche sowie Treppenhäuser werden passend zum Farbkonzept der Außenfassade neu gestaltet. Erneuert werden auch die Balkone. Neben moderner Wärmedämmung an Fassaden, Dachböden und Kellerdecken werden die Heizungsanlagen erneuert und neue Fenster eingesetzt.

Zunächst werden bis April zwei Gebäude vollständig saniert, in denen anschließend sechs unterschiedlich ausgestattete Musterwohnungen besichtigt werden können. Danach beginnt die Sanierung der verbleibenden Gebäude in zwei Bauabschnitten.

Bei einigen Wohnungen werde der Grundriss geändert, um den Platz optimal auszunutzen, kündigt Efremidis an. „Es gibt beispielsweise Bäder oder Küchen, die zu klein sind und neu zugeschnitten werden.“ Ergänzend würden neue Bodenbeläge und Innentüren eingesetzt, um die Wohnqualität weiter zu steigern.

„Mit den geplanten Maßnahmen möchten wir eine attraktive und energieeffiziente Wohnanlage schaffen, die sich durch ein modernes Erscheinungsbild, viele Grünflächen und geringe Mietnebenkosten auszeichnet“, erläutert Efremidis. „Es wird moderate Mieterhöhungen geben. Wir werden aber auch beste Verbrauchskosten generieren.“ Zudem steige die Lebensqualität der Mieter.

Das Vorwerker Gebiet gilt als sozialer Brennpunkt. Auch Efremidis sind die Probleme mit pöbelnden jungen Leuten bekannt, die in der Vergangenheit für Unruhe gesorgt und Angst unter der Bevölkerung verbreitet hatten. Störenfriede und Randalierer hätten aber nach und nach die Wohnanlage verlassen müssen, sagt der KWG-Manager. „Bei Verstößen gegen die Hausordnung sind Wohnungen auch entmietet worden.“ Etwa 80 der 172 Wohnungen stünden leer. „Alle diese Wohnungen werden wir komplett sanieren.“ KWG hatte 2008 die Wohnanlage erworben. Die Gebäude wurden 1963 errichtet. Dort leben viele Hartz-IV-Empfänger.

Die Belastungen für die Mieter im Rahmen der Modernisierungsarbeiten hält Efremidis für zumutbar. „Unser Konzept ist es, attraktiven, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Mit der Investition solle dauerhaft die Lage und der Stadtteil Vorwerk aufgewertet werden.

KWG will seine Investitionstätigkeit in Celle ausbauen. „Wir sind an weiteren Zukäufen interessiert“, betont Efremidis.