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Celle Ortsteile Zebrastreifen in schwarz-grau
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Zebrastreifen in schwarz-grau
04:25 15.02.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Gunther Meinrenken
Celle

Die Geschichte um die Fehlplanung des Kreisels ist damit um ein weiteres Kapitel reicher. Immerhin: Während böse Zungen in Bezug auf das Wegfräsen der Streifen von einer Nacht-und Nebel-Aktion sprechen, kann die Stadt hier eine vernünftige Begründung liefern. "Zum einen haben wir das Abfräsen angekündigt. Und wir haben es extra am späten Abend gemacht, wenn weniger Fahrzeuge unterwegs sind, um den Verkehr tagsüber nicht unnötig zu behindern", so Stadtsprecherin Myriam Meißner.

Die neue Optik der Übergänge hat auch ihre Vorteile. So wissen die Mitarbeiter des Bauhofs genau, wo sie die weißen Streifen wieder "hinpinseln" sollen, wenn die Zebrastreifen wieder aktiviert werden. Das soll geschehen, wenn der Nordwall für den gegenläufigen Verkehr ausgebaut sein wird. Nur dann würde das neue Verkehrssystem am Neumarkt seine volle Wirkung entfalten, würden weniger Fahrzeuge den Kreisel passieren, glaubt man im Neuen Rathaus, wo man mit den Arbeiten am Nordwall am liebsten noch dieses Jahr beginnen würde.

Die Rückkehr der Zebrastreifen hat auch finanzielle Gründe. Der Kreisel wurde mit Fördermitteln des Landes gebaut. Und den Anteil für die Fußgängerüberwege müsste die Stadt anteilig zurückzahlen, wenn die Zebrastreifen dauerhaft entfernt werden würden. "Wir gehen davon aus, dass wir keine Fördergelder zurückzahlen müssen, da die Zebrastreifen dort ja – nach Ausbau des Nordwalls – wieder aufgebracht werden. Wir stehen derzeit in Kontakt mit dem Fördergeber, also dem Land", sagt Meißner.

Nicht entfernt werden die jüngst angebrachten Abzäunungen. "Ein Rückbau der abgesenkten Borde wäre wesentlich teurer gewesen als die Zäune. Außerdem soll so sichergestellt werden, dass Radfahrer und Fußgänger die stillgelegten Überwege nicht nutzen", sagt Meißner. Das gelte besonders für Sehbehinderte und Blinde. Das verlegte taktile Leitsystem würde sie direkt auf die Straße führen, wo es aber keinen Zebrastreifen mehr gibt. Sarkastisch betrachtet werden sehbehinderte Fußgänger also nur denken, dass sich jemand mit ihnen einen bösen Scherz erlaubt hat, weil sie derzeit "nur" in die Irre, sprich gegen den Zaun, geführt werden, aber sie bleiben immerhin am Leben.

Bundesweiter Hohn und Spott dürfte der Stadt übrigens erspart bleiben. Die Redaktion der NDR-Satiresendung "extra 3" hat das Thema, das für die Rubrik "Der reale Irrsinn" vorgesehen war, wieder fallen lassen. Die Zebrastreifen seien mittlerweile wieder entfernt worden. "Das schwächt das Irrsinnige an diesem Thema leider etwas ab", so "extra 3"-Autor Jens Barkhorn.

Irritiert hat man im Neuen Rathaus und bei den Investoren für die Wohnbebauung auf der Allerinsel reagiert, als der Verein Geoenergy jüngst die Machbarkeitsstudie zur geothermischen Wärmeversorgung der geplanten Wohnanlagen vorgestellt hat. Ergebnis: Geothermie wäre zwar teurer, aber machbar und würde vor allem im Vergleich zu einem Blockheizkraftwerk 250 Tonnen CO2 im Jahr einsparen, warb Geoenergy-Vorstandsmitglied Wolfgang Genannt für die Erdwärmelösung. Jetzt stellt sich heraus: Die Investoren Hofschröer und Primus Development haben der Stadt bereits Anfang November mitgeteilt, dass sie eine Nahwärmelösung mit einem Blockheizkraftwerk bevorzugen.

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