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Celle Ortsteile Zerbricht Celler SPD-Fraktion?
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Zerbricht Celler SPD-Fraktion?
18:27 16.04.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: David Borghoff
Celle

Am Wochenende kochten die Gerüchte über Rodenwaldts mögliche Pläne über, waren unter anderem auch Gesprächsthema auf dem Charity-Ball des Round Table in der Congress Union. Die Führungsspitze der Celler SPD will davon bisher nichts mitbekommen haben. "Das überrascht mich. Es ist wahr, dass sich die Fraktion finden muss. Es gibt Unzufriedenheiten und auch die eine oder andere Unwucht. Ich dachte, wir befinden uns in einem guten Prozess", sagte Dietrich Burggraf, der seit vergangenem Dezember an der Spitze des Celler Ortsvereins der SPD steht.

Burggrafs Parteifreunde setzen große Hoffnung in den ehemaligen Leiter der Heimvolkshochschule Hustedt. Er soll die Risse in der Celler SPD und der Fraktion kitten. Dabei ist Burggraf selbst ein Quell dieser "Unzufriedenheiten und Unwuchten" – zumindest bei Rodenwaldt. Letzterer hatte bei der Landtagswahl fast gegen Thomas Adasch (CDU) das Direktmandat errungen. Die Partei dankte es ihm nicht. Rodenwaldt hatte auch für den Posten des Ortsvereinsvorsitzenden kandidiert und war bei der Wahl gegen Burggraf unterlegen. Rodenwaldt zog die Konsequenzen und legte wegen mangelnder Unterstützung seiner Genossen den Fraktionsvorsitz nieder.

Für eine weitere Verbreiterung der Kluft zwischen Rodenwaldt und der Fraktion dürfte sein jüngster Vorstoß in Sachen Famila-Ansiedlung gesorgt haben. Dabei hatte er öffentlich in Frage gestellt, ob bei der Baugenehmigung für das Einkaufszentrum in der Verwaltung auch alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Besonders pikant dabei: Die wichtigen Vorentscheidungen für die Ansiedlung von Famila sind noch unter dem ehemaligen Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) gefallen. "Einige Mitglieder der SPD-Fraktion sind stinkesauer darüber, weil das Mende hätte vor die Füße fallen können", so ein Ratsmitglied, das die Vorgänge in der SPD seit geraumer Zeit beobachtet.

Daher war es auch keine große Überraschung, dass die SPD-Fraktion Rodenwaldt in der Angelegenheit Famila nicht folgen wollte. Das Ansehen von Mende sollte nicht beschädigt werden. So erklärte der neue Fraktionsvorsitzende der SPD, Patrick Brammer, nach Akteneinsicht die umstrittenen Flächenerweiterungen für "maßvoll" und stellte sich damit hinter Mende.

"Famila" ist dabei nicht der einzige Streitpunkt zwischen Rodenwaldt und Brammer. Üblicherweise sitzen die Fraktionsvorsitzenden auch im Verwaltungsausschuss. Doch Brammers Platz hält Vorgänger Rodenwaldt noch immer besetzt und er scheint nicht gewillt, diesen aufzugeben. Damit würde er auch seinen Posten als Bürgermeister verlieren. Ein Umstand, der SPD-Ratsherr Joachim Schulze zu der flapsigen Bemerkung verführte: "Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Herr Rodenwaldt die Fraktion verlassen möchte. Er ist doch bei uns im VA und als Bürgermeister gut versorgt." Brammer räumt ein: "Das ist eine Situation, die wir intern gerade klären. Es laufen Gespräche."

Zu denjenigen, die Rodenwaldt möglicherweise aus der bisherigen SPD-Fraktion mitnimmt, sollen seine Schwester Ute Rodenwaldt-Blank, Inga Marks sowie zwei weitere SPD-Ratsmitglieder gehören. Rodenwaldt-Blank war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen und Marks behauptet, von solchen Plänen nichts zu wissen. "Das steht überhaupt nicht zur Debatte." Dabei soll auch Marks von ihren Fraktionskollegen enttäuscht sein, weil nicht sie, sondern Brammer zu Rodenwaldts Nachfolger gewählt wurde.

Nach Auskunft der Stadt müssen neue Fraktionen oder Gruppen unter Nennung ihres Vorsitzenden, der Mitglieder und Angabe des Namens "angezeigt" werden. Ein solches Vorhaben durch Rodenwaldt sei der Verwaltung nicht bekannt. Und auch SPD-Unterbezirksvorsitzender Maximilian Schmidt weiß über solch "einen konkreten Schritt" nichts. "Das hätte den Ausschluss aus der SPD zur Folge. Dieser Tragweite wäre sich Herr Rodenwaldt sicher auch bewusst", so Schmidt.

Für Gerd Klestadt ist an diesem Samstag vor allem eines wichtig: „Heute müsst Ihr, die Jugend von heute, kämpfen gegen den aufkommenden Rassismus, Rechtsextremismus, Rassenhass und Antisemitismus“, appelliert der Holocaust-Überlebende an die rund 100 Besucher, die sich zum Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 73 Jahren auf der Verladerampe nahe des ehemaligen Camp Hohne eingefunden haben. Achtsam sein, nicht wegschauen, die Stimme erheben – das sei wichtig, ergänzt Elke von Meding, Vorsitzende der AG Bergen-Belsen. Am historischen Waggon, 2002 als Mahnmal an der Rampe aufgestellt, erinnert die AG jedes Jahr an das Schicksal der Menschen, für die dieser Ort zur Endstation wurde.

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