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Celle Ortsteile Zerschlagen, zertreten, zerbrochen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Zerschlagen, zertreten, zerbrochen
16:52 29.03.2012
Von Christoph Zimmer
Durch Zerstˆrungswut unbenutzbar: die ˆffentlichen Toiletten am Kunstmuseum. Quelle: nicht zugewiesen
Celle

Toiletten und Waschbecken sind rausgerissen, Lampen und Scheiben zerbrochen: Wer am Schlossplatz ein dringendes Bedürfnis verspürt und aufs Klo muss, hat im Augenblick ein großes Problem. Denn die Anlage am Kunstmuseum ist komplett zerstört. Wieder einmal. Bis zum Wochenende bleibt sie vorerst geschlossen. Mindestens, wie die Stadt gestern mitteilte. Ein Einzelfall ist die öffentliche Toilette aber nicht. Immer häufiger fallen sie blinder Zerstörungswut zum Opfer.

Thomas Prietzel ist es langsam leid. Der Fachdienstleiter Hochbau und Gebäudewirtschaft bei der Stadt Celle ist gerade mal etwas mehr als ein halbes Jahr im Amt, da bereiten ihm die dramatisch schlechten Zustände der öffentlichen Klos große Sorgen. Die fortwährenden Reparaturarbeiten würden viel Zeit „und vor allem viel Geld kosten“, sagt Prietzel. Die jährlichen Kosten für die Schadenbeseitigung liegen im fünfstelligen Bereich. Die städtischen Personalkosten nicht eingerechnet. „Wir kommen mit den Reparaturen kaum noch hinterher“, sagt Prietzel und meint die Anlage am Kunstmuseum. Wegen Vandalismus vorübergehend geschlossen, steht da am Eingang auf einem weißen Zettel. Prietzel bittet die Bürger deshalb um „Verständnis, dass die Anlage frühestens am Wochenende wieder geöffnet wird“.

Aber auch die anderen Anlagen sind häufig von Vandalismus häufig betroffen. Eingeworfene Fensterscheiben am Heeseplatz, Farbschmierereien am Langensalzaplatz, gestohlene Papierspender in der Neuen Straße und angekokelte Klopapierhalter am Bahnhof sind die aktuellen Beispiele der Zerstörungswut. Von dem dreckigen Erscheinungsbild und dem miefigen Geruch einmal ganz abgesehen. Die Armaturen am Bahnhof wurden unten mit Silikon versiegelt, um zu verhindern, dass sie abmontiert werden. „Der Erfolg ist leider nur mäßig“, sagt Prietzel.

Anzeigen wegen Sachbeschädigung wurden bei der Polizei immer wieder gestellt - gegen unbekannt. Erfolg hat das nur selten. „Nachts sind alle Katzen grau“, sagt Guido Koch, der Polizeisprecher. „An diesen Orten fühlen sich die Leute unbeobachtet und lassen ihrem Frust freien Lauf.“ Ganz feige Taten seien das, sagte Koch.

In anderen Städten reagiert man entschlossen auf den Vandalismus. Dort bleiben die Toilettenanlagen abends und nachts geschlossen, die Benutzung kostet Geld und die Klos werden mit einer Videokamera überwacht. In Celle war das bislang nicht nötig.