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Celle Ortsteile Zukunft der Aller: CDU und SPD für Geldspritze
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Zukunft der Aller: CDU und SPD für Geldspritze
15:39 20.06.2012
Von Oliver Gatz
Wichtiger Anker bei der zukünftigen Gestaltung der Allerinsel: die Erneuerung des Hafens. Quelle: Torsten Volkmer
Celle

Was wäre ein Hafen ohne Sportboote, die über die Aller Celle anfahren? Aus Sicht von CDU-Fraktionschef Heiko Gevers „ein rechter Schildbürgerstreich“. Er hält die Aufrechterhaltung des Tourismus‘ auf der Bundeswasserstraße für „unbedingt notwendig“.

Deshalb unterstützt die CDU-Ratsfraktion die Pläne, ein gemeinsames Finanzierungskonzept mit dem Land und den Kommunen für die Aller zu entwickeln. „Dabei ist auch zu klären, wann die Schleusen überholt werden müssen. Wahrscheinlich kann man zunächst über einige Jahre Geld für eine grundlegende Renovierung zurücklegen“, schätzt Gevers.

Auch die SPD-Ratsfraktion begrüßt den Vorschlag für eine gemeinsame Finanzierung der Schleusenerneuerung. Wenn Motorboote die Aller nicht mehr durchgängig bis zur Weser befahren könnten, wäre das für den Tourismus in der Region fatal, meint Fraktionschef Jürgen Rentsch. „Der Allertourismus ist auch für die Stadt Celle wichtig und spielt im Zusammenhang mit der geplanten Allerinselbebauung und der Hafenerneuerung eine wichtige Rolle.“

Bevor jedoch die Stadt eine Beteiligung zusage, sollte geprüft werden, ob nicht doch der Bund allein für die Schleusen zuständig sei, fordert Rentsch. Denn eine Beteiligung der Stadt wäre vor dem Hintergrund der Hauhaltskonsolidierung nur schwer darstellbar. Dem Vernehmen nach besteht allerdings für den Bund keine Unterhaltsverpflichtung für die Schleusen.

Die Grünen begrüßen ebenfalls die Kostenbeteiligung des Landes. Ratsfraktionschef Bernd Zobel hofft, dass sich jetzt auch der Bund nicht verschließt. „Die städtische Haushaltslage bietet aber keinen großen finanziellen Beteiligungsrahmen der Stadt", sagt Zobel. Grundsätzlich sei die Schleusenerneuerung notwendig für die Allerinsel-Planungen und den Hafen.

Das Land Niedersachsen hat sich bereit erklärt, den Neubau der vier Schleusen bis zur Einmündung in die Weser mit 3,5 Millionen Euro zu unterstützen. Landrat Klaus Wiswe (CDU) zeigte sich optimistisch, dass Stadt und Kreis Celle sowie der Heidekreis und möglicherweise auch der Kreis Verden gemeinsam weitere 1,5 Millionen beisteuern werden. Ein Neubau der rund 100 Jahre alten Schleusen wäre erforderlich, um die Durchgängigkeit der Aller für Sportboote auch in Zukunft zu gewährleisten. Insgesamt wird mit Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro gerechnet.

Fraglich ist allerdings, ob sich der Bund bereit erklärt, die restlichen 15 Millionen Euro in eine Wasserstraße zu stecken, auf der kein Güterverkehr mehr abgewickelt wird und der lediglich für den Tourismus eine Bedeutung hat. Bevor Berlin Geld für die Aller locker macht, dürfte es eine Wirtschaftlichkeitsprüfung geben. Sie könnte zu dem Ergebnis kommen, dass die Anzahl der Sportboot-Nutzer in keinem Verhältnis zu der millionenschweren Geldspritze steht.