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Celle Stadt 100 Jahre Freundschaft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 100 Jahre Freundschaft
12:22 24.09.2018
Die Bürgermeister Denis Laghero (Meudon, links), Andrezej Krzysztofiak (Kwidzyn, rechts) und Itzhak Pasternak (stellvertretender Bürgermeister aus Mazkeret Batya,) wurden von Oberbürgermeister Jörg Nigge eingeladen, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

 Diese Ansicht vertreten sowohl ältere und jüngere Menschen als auch Teenager. Auf diesen Nenner ließe sich der von Jessy James LaFleur geistreich und charmant moderierte sowie vom Symphonischen Blasorchester Celle unter der Leitung von Martin Göbel musikalisch hervorragend unterlegte Festakt am Samstagabend im Rittersaal des Schlosses bringen.

„100 Jahre Freundschaft“ lautete das Motto, denn zusammen genommen währen die Freundschaften mit den Gemeinden Meudon, Kwidzyn und Mazkeret Batya diesen feierwürdigen Zeitraum. Ein Stück deutsche und europäische Geschichte spiegelt sich in den unterschiedlichen Daten wider, an denen die Kooperationen jeweils ihren Anfang nahmen. Es lag erst acht Jahre zurück, dass sich Deutsche und Franzosen als erbitterte Feinde gegenüberstanden, als 1953 Meudon und Celle zarte Bande der Wiederannäherung knüpften. Der heutige Bürgermeister, Denis Larghero, trug bei seiner Rede eine Schärpe mit den Nationalfarben seines Heimatlandes und strahlte wie seine Amtskollegen Andrzej Krzysztofiak aus Kwidzyn in Polen und Itzhak Pasternak aus Mazkeret Batya in Israel Herzlichkeit und Wärme aus. Damit machten sie die Worte von Oberbürgermeister Jörg Nigge unmittelbar erfahrbar: „Es ist ein Wert von Freundschaft, dass Formalität hinter Herzlichkeit zurücktritt.“

Der Eiserne Vorhang musste erst fallen, bevor zu Polen, das während des Zweiten Weltkrieges erbittert unter den Deutschen gelitten hatte, wieder auf partnerschaftlicher Ebene Beziehungen aufgenommen werden konnten. Eine maßgebliche Rolle spielte hier der damalige Oberbürgermeister Martin Biermann. Diesen Part hat in Bezug auf das 2008 hinzugekommene in der Nähe von Tel Aviv gelegene Mazkeret Batya die Leiterin des Stadtarchivs und Vorstandsmitglied der Christlich-Jüdischen Gesellschaft, Sabine Maehnert, inne. Der stellvertretende Bürgermeister, Itzhak Pasternak, hob ihr Engagement ausdrücklich hervor.

Die Hälfte der Ratsmitglieder befand sich laut Nigge unter den anwesenden Gästen, darüber hinaus aber auch zahlreiche Vertreter einer Berufsgruppe, ohne die Städtepartnerschaften nicht denkbar wären. „Die Motoren solcher Beziehungen sind Menschen“, hob der Oberbürgermeister hervor und adressierte diese Aussage nicht zuletzt an Lehrer, die durch die Austauschprogramme Vereinbarungen mit Leben füllten. Die Pädagogen hielten sich im Hintergrund, ließen sieben Schülern des Ernestinums und Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums den Vortritt beim letzten Programmpunkt.

Jessy James LaFleur hatte die Fragen für den „Schüler-Talk“ zum Thema „Städtepartnerschaften – Europas Zukunft?!“ den fünf Jungen und zwei Mädchen im Vorfeld zukommen lassen. Die Antworten hielten keine Überraschungen bereit. Sieben glühende Europäer, die aus den Besuchen viel Bereicherndes bezogen hätten und Städtepartnerschaften wie alle Festredner als hohes Gut empfinden, standen da auf dem Podium. Eindrücklich, weil alles andere als selbstverständlich, hingegen ein Satz aus der Rede von Martin Biermann: „Die Initiative für die Freundschaft mit Polen ging von der Stadt Kwidzyn aus.“

Von Anke Schlicht