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Celle Stadt 120 Jahre Museumsverein: Eine der ersten Bürgerinitiativen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 120 Jahre Museumsverein: Eine der ersten Bürgerinitiativen
14:41 05.02.2012
Die Vorsitzende des Museumsverein Ingeborg Mehrens und Jochen Meiners, Leiter des Bomann-Museums, beim Neujahrsempfang im Rittersaal. Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Warum der Empfang erst im Februar stattfindet hat seinen Grund: vor 120 Jahren, am 3. Februar 1892, konstituierte sich der Museumsverein. „Es war keine Gründung der Obrigkeit, sondern eine der ersten Bürgerinitiativen“, betonte Ingeborg Mehrens. In einem Rückblick erinnerte sie an die Anfänge des Vereins. „1892, als die 600-Jahr-Feier der Stadt Celle anstand, schlug der damals 44-jährige Wilhelm Bomann, Celler Wollfabrikant, die Errichtung eines Stadt- und Heimatmuseums vor und stieß auf lebhafte Zustimmung“. Der Verein half tatkräftig mit (CZ berichtete).

Neben den Sammlungsschwerpunkten des damals als „Vaterländisches Museum“ geführten Hauses erwähnte Mehrens das Gründungsengagement vieler jüdischer Bürger, die den Verein mit Geld und Sachspenden großzügig unterstützen. Dank des Sammeleifers Bomanns, der wie Museumsdirektor Dr. Jochen Meiners bemerkte, Celle in Quartiere unterteilte, in denen er Vertrauensleute einsetzte, die ihre Hände aufhielten, musste bald ein Neubau her.

Der Museumsverein, der das neu entstandene Bomann-Museum bis heute tatkräftig unterstützt, zählt stolze 650 Mitglieder und bietet auch 2012 wieder ein vielseitiges Programm: mehrtägige Kulturreisen nach Franken und in die Steiermark, die aber schon ausgebucht sind. Auch locken Tagesfahrten: anlässlich des 200-jährigen Geburtsjahres Friedrichs des Großen fährt Dr. Meiners mit einer Gruppe nach Potsdam, die Deutsch-Russische Gesellschaft Celle im November zur Ausstellung „Russen und Deutsche – 1000 Jahre Verbindung in Geschichte, Kunst und Kultur“ nach Berlin. Weiterhin gibt es die Zeitzeugenreihe im Erzählcafé, die Reihe „Kennen Sie Celle?“ oder eine Exkursion in Annette Dannhus’ Keramikwerkstatt. Für 2013 ist eine Fahrt nach Breslau und Krakau sowie nach Schottland geplant.

Am Abend des Festaktes, verziert vom Saxophon-Ensemble der Kreismusikschule Celle und Justus Steinbömer, Vorstandsmitglied des Museums-Vereins, der Auszüge aus Kästners Gedicht „Die 13 Monate“ vortrug, sammelte der Verein für einen guten Zweck: „Wir möchten dem Museum einen Gegenstand zuwenden, der optimal in die künftige überarbeitete Dauerausstellung passt“, erklärte Mehrens. Es handelt sich um einen wertvollen Säbel des letzten, blinden Königs von Hannover, Georg V, der stolze 1500 Euro koste.

Dr. Meiners, der über das Wirken Bomanns, seine wirtschaftlichen Vernetzungen, sein „Feilschen“ und seine „Ecken und Kanten“ sprach, schilderte zudem kurz die architektonischen Etappen bis heute. „Celle braucht mit dem Bomann-Museum und den angeschlossenen Häusern in Niedersachsen und darüber hinaus den Vergleich nicht zu scheuen.“ Der Komplex bilde „ein kulturelles Highlight in Norddeutschland“. Daran würde der Museumsverein seit über 120 Jahren einen großen Anteil tragen.

Von Aneka Schult