Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt 130 Jobs weg: M-I Swaco in Celle dicht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 130 Jobs weg: M-I Swaco in Celle dicht
15:22 17.03.2017
Von Michael Ende
Für das leer stehende 12-Millionen-Objekt am Altenceller Bruchkampweg wird ein Nachmieter gesucht. Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Für den französischstämmigen Mutterkonzern Schlumberger mit seinen weltweit 100.000 Mitarbeitern ist es eine Petitesse. Seit Beginn des Ölpreisverfalls hat Schlumberger weltweit 30.000 Jobs gestrichen. Für mehr als 100 Celler Mitarbeiter ist es eine Katastrophe. Viele von ihnen haben ihren Arbeitsplatz verloren, einige kamen woanders unter.

Das konnte im Jahr 2009 noch niemand ahnen. Damals legten die M-I Swaco Deutschland GmbH und die Smith International Deutschland GmbH den Grundstein zu ihrem neuen Firmensitz am Bruchkampweg in Altencelle. 133 M-I Swaco-Mitarbeiter zogen in das 12-Millionen-Euro Objekt ein, das mit seinem 3000 Quadratmeter großen Verwaltungsgebäude und der 4900 Quadratmeter großen Werkshalle Raum für eine weitere Expanison bot. Weitere Mitarbeiter sollten eingestellt werden. Damals standen die Zeichen auf Wachstum. Das sollte sich ändern.

Celles damaliger Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) hatte bereits im Januar 2015 dunkle Vorahnungen, als er darüber sprach, dass Schlumberger, zu dem die Celler Niederlassungen von M-I Swaco und OneSubsea gehörten, weltweit 9000 Stellen streichen wolle – wo und wie genau, war damals noch nicht bekannt. Jetzt hat man im Celler Rathaus registriert, dass der Konzern-Rotstift zugeschlagen hat. "M-I Swaco ist seit dem Jahreswechsel weg und hat den Servicebetrieb komplett eingestellt", so der städtische Pressesprecher Wolfgang Fischer auf CZ-Nachfrage: "Die Mitarbeiter sind zum Teil bei OneSubsea untergekommen. Für den ehemaligen Firmensitz von M-I Swaco am Bruchkampweg wird derzeit ein Nachmieter gesucht." Jeder verlorene Arbeitsplatz schmerze, sagt Fischer: "Aber das sind Entscheidungen auf internationaler Ebene. Dagegen kann man als Stadt nicht viel tun."

Die "dramatischen" Entwicklungen in der Öl-und Gasindustrie hätten Schlumberger dazu gezwungen, sich angesichts fehlender Aufträge und stürmischer Zeiten "stromlinienförmig" aufzustellen, teilt Konzern-Pressesprecherin Ariane Labadens in Paris auf CZ-Nachfrage mit. Man habe Werkstätten von M-I Swaco und Smith nach Vechta verlagert. "Bedauerlicherweise mussten wir Leute gehen lassen. Im Hinblick auf den Umzug nach Vechta wissen wir, dass das für alle Beschäftigten eine schwierige Situation ist." Man habe allen Beschäftigten einen Job in Vechta angeboten, so Labadens: "Allerdings haben sich nicht alle dazu entschlossen, dorthin zu gehen." In Celle habe man einen Management- und Verkaufsstützpunkt erhalten. Damit dürften die "Untermieter" bei OneSubsea gemeint sein.

Wie viele Mitarbeiter genau entlassen wurden, teilt Labadens auch auf CZ-Nachfrage nicht mit. Der Branchen-Insider und Vorstandsmitglied des Celler Kompetenznetzwerks GeoEnergy, Wolfgang Genannt, schätzt, dass es viele waren. "80 Prozent wurden gefeuert. Das geht bei den großen Konzernen ganz fix. Die wissen doch noch nicht einmal, wo Celle ist."