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Celle Stadt 184 Ernestiner auf getrennten Wegen zum Abitur
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 184 Ernestiner auf getrennten Wegen zum Abitur
17:30 24.06.2011
Von Oliver Gatz
Schulleiter Detlef Fechner (Mitte) mit den Besten der Jahrgänge 12 und 13 (von links) Jakob Michaelis, Francis Barg, Swantje Beythien und Gerrit Hamann. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Dass sich diese Entscheidung nicht nachteilig auf die Schülerschaft auswirkte, belegt die Bilanz der Prüfungen: 186 Gymnasiasten waren zum Abitur angemeldet. 184 erreichten die allgemeine Hochschulreife, darunter 84 im 12. Jahrgang. Aufgrund der Trennung der Jahrgänge war es nur konsequent, dass das Ernestinum seine Abiturienten in diesem Jahr mit zwei Entlassungsfeiern im Forum des Schulzentrums in der Burgstraße verabschiedete.

Das Ernestinum habe in Celle die größte Anzahl an Abiturienten im Doppeljahrgang, sagte Schulleiter Detlef Fechner bei der Entlassungsfeier des 12. Jahrgangs am Donnerstag. Er freute sich über die geringe Durchfallquote und die Tatsache, dass der 12. Jahrgang sogar noch etwas besser abgeschnitten habe als der 13. Ebenso erfreut zeigte sich Fechner von der Leistung der Schüler. 35 Abiturienten erzielten einen Durchschnitt mit einer Eins vor dem Komma.

Die Abiturienten hätten viel Einsatzbereitschaft gezeigt, seien aber keine Kinder von Traurigkeit, bezog sich Fechner auf den jüngsten Abi-Umzug. Indirekt spielte der Schulleiter auch auf die Ausschreitungen im kroatischen Ferienort Pula an: "Manches war im Überschwang dann doch zu viel." Die Schüler sollten sich im Klaren darüber sein, welchen Eindruck sie damit im Ausland hinterließen.

Der 12. Jahrgang sei ein ganz besonderer, führte Fechner aus. Erst die Abschaffung der Orientierungsstufe, dann die Einführung des Turbo-Abis. "Die Kultusbürokratie hat bei Ihnen nichts ausgelassen, wozu sie fähig ist", merkte der Schulleiter sarkastisch an. Doch die Schüler hätten sich durchgekämpft, sich verantwortungsbewusst und von einer besonderen sozialen Seite gezeigt.

Das Gymnasium blicke auf eine 638-jährige Tradition mit klassisch-humanistischer Bildung zurück, sagte Fechner. Die Synthese aus Altsprachen, Naturwissenschaften und internationaler Ausrichtung habe sich bewährt. "Wir sind von der Zukunftsfähigkeit dieser Schule zutiefst überzeugt." Abschließend wünschte Fechner den Abiturienten auf ihrem weiteren Lebensweg viel Erfolg.

Vor dem Hintergrund der Empfehlungen aus dem Schulstrukturgutachten des Landkreises machte sich Catherine Hollerbach vom Schulelternrat für den Standort Burgstraße stark. "Wir wollen uns nicht verpflanzen lassen", sagte sie. "Das Ernestinum braucht diesen Standort, das Forum und die Sportplätze." Mit einer Unterschriftenaktion wollen die Schuleltern ihrer Forderung Nachdruck verleihen.

Bei der Entlassungsfeier am Donnerstag versagte zeitweise die Tontechnik. Das sorgte nicht nur für Schmunzeln, sondern auch für Applaus, weil das vortragende Gesangsduo mit den Schwierigkeiten locker und souverän umging.