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Celle Stadt 2000 Celler feiern Weihnachtsgottesdienst auf dem Landgestüt (mit Bildergalerie)
Celle Aus der Stadt Celle Stadt 2000 Celler feiern Weihnachtsgottesdienst auf dem Landgestüt (mit Bildergalerie)
17:45 26.12.2017
Von Christopher Menge
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Doch wie kann man die Weihnachtsbotschaft „Fürchte dich nicht“ mit dem ganzen Leid in der Welt in Einklang bringen? Pastor Michael Kurmeier ging darauf in seiner kurzen, aber prägnanten Predigt ein. „Es geschieht so viel in der Familie, in der Nachbarschaft und weltweit, was weh tut, was Angst macht, was Schmerz hervorruft“, sagte er. Das mache den Menschen klein, aber der Engel sei gekommen, um zu sagen „ich bin für dich da“. Im Dasein für andere Menschen könne man diesen etwas von ihrer Furcht nehmen.

Es sind Schlagzeilen wie diese, die Angst machen: „Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft“, „Mindestens 247 Tote bei Erdbeben in Italien“, „340 Flüchtlingskinder im Mittelmeer ertrunken“ oder „10 Kinder sterben bei Busunglück“, „Unzählige Tote bei Selbstmordanschlag“, „795 Millionen Menschen hungern“ – Schauspieler Dirk Böther aus dem Schlosstheater Celle setzte diese Aufzählung von angsteinflößenden Schlagzeilen beim Weihnachtsgottesdient am Heiligabend auf dem Landgestüt Celle noch um ein vielfaches fort. 2000 Besucher waren in die Reithalle gekommen, um den Gottesdienst der besonderen Art in der ganz einzigartigen Atmosphäre auf dem Landgestüt zu feiern und getreu dem Motto des Gottesdienstes in der Stille anzukommen.

Der Pastor warb dafür, authentisch zu sein. „Mach dich verletzbar – nur so bist du echt“, rief er den Besuchern zu. Zuvor hatte Kurmeier den Beatles-Song „Let it be“ (lass es geschehen) gemeinsam mit den Zuhörern gesungen. „Macht mal mit“, war seine unmissverständliche Aufforderung. Sie galt nicht nur fürs Mitsingen.

Spätestens als anschließend zu dem Lied „In der Stille angekommen“ Kerzen angezündet wurden, die von Kindern durch die Halle getragen wurden, wurde es besinnlich auf dem Landgestüt. Und als Ingo Rosenthal und seine Band „Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht!“ anstimmten, war die Weihnachtsbotschaft zumindest für den kurzen Moment zum Greifen nahe – trotz der ganzen Negativschlagzeilen aus der Welt.

Zuvor war den Besuchern wieder das geboten worden, was den Gottesdienst in der Reithalle von anderen unterscheidet. „Der Gottesdienst mit viel Musik und Gesang in dem gemütlichen Ambiente des Landgestüts ist etwas ganz anderes“, sagten Maren und Berit Uliczka unisono. Die beiden kommen schon seit dem ersten „Weihnachten im Stall“ auf das Landgestüt.

In diesem Jahr war es bereits die achte Auflage. Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund von Sicherheitsbedenken draußen gefeiert werden musste, hatte Landstallmeister Axel Brockmann einen Weg gefunden, den Gottesdienst wieder in der Reithalle stattfinden zu lassen. Innerhalb weniger Stunden hatten die Helfer alles hergerichet. Die Besucher waren darüber sehr froh, nur die schlechte Akustik stieß einigen negativ auf.